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Lenne-Hochwasser in Altena: Lage aktuell ruhig, aber weiter Beeinträchtigungen

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Von: Volker Heyn, Jona Wiechowski

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An der Lenneuferstraße trat die Lenne über die Ufer.
An der Lenneuferstraße trat die Lenne über die Ufer. © Volker Heyn

Nachdem die Altenaer Feuerwehr nach den heftigen Regenfällen am Donnerstag zu mehreren Einsatzstellen ausrücken musste, ist die Hochwasser-Lage am Wochenende ruhig. Beeinträchtigungen gibt es jedoch weiterhin.

[Update Sonntag, 15. Januar, 12.55 Uhr] Das erste größere Hochwasser seit der Jahrhundertflut im Sommer 2021 hat in Altena für keine größeren Probleme gesorgt. Auch am Wochenende blieb die Lage ruhig. „Wir mussten zu keinen weiteren hochwasserbedingten Einsätzen ausrücken“, sagte Feuerwehr-Pressesprecher Philipp Selle am Sonntag auf Nachfrage der Redaktion, nachdem es am Donnerstag und Freitag zu sechs Einsätzen im Zusammenhang mit dem Dauerregen gekommen war.

Lenne-Hochwasser in Altena: Lage ruhig, aber weiterhin Beeinträchtigungen

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag war der Pegelstand der Lenne – gemessen auf Höhe der Pott-Jost-Brücke – auf 3,09 Meter gestiegen und hatte damit seinen Höhepunkt dieses Hochwassers erreicht. Über den Freitag hinweg sank der Pegel dann bis Samstagmittag deutlich, ehe der neuerliche Dauerregen für einen erneuten Anstieg sorgte. Mit knapp unter 2,70 Meter am Sonntagvormittag blieb er aber deutlich unter der Marke des Freitags.

[Update Freitag, 13. Januar, 11.03 Uhr] Inzwischen ist der Lennepegel um ein paar Zentimeter gesunken. Laut Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW liegt er aber noch immer über der Marke von drei Metern - exakt wird ein Wert von 3,05 Metern angegeben. Das sorgt weiterhin dafür, dass unter anderem die Lenneterrassen an der Lenneuferstraße überspült sind. Schilder weisen auf „Hochwasser gefährdete Bereiche“ hin.

Die Lenneterrasse stehen am Freitagmorgen unter Wasser.
Die Lenneterrasse stehen am Freitagmorgen unter Wasser. © Volker Heyn

[Update Freitag, 13. Januar, 9.48 Uhr] Im Laufe des frühen Donnerstagabends und der Nacht zu Freitag hat es insgesamt sechs Einsätze im Zusammenhang mit dem Dauerregen für die Feuerwehr gegeben, wie deren Pressesprecher Philipp Selle berichtet.

An der Rahmedestraße war ein Schmutzsieb durch Laub, Äste und Geröll verstopft gewesen, welches von den Anwohnern mit Hilfe der Feuerwehr gereinigt wurde. „Im Anschluss wurde zur Vorsicht ein kleiner Damm mit Sandsäcken errichtet“, erklärt Selle.

In Altena sind Schilder aufgestellt worden.
In Altena sind Schilder aufgestellt worden. © Volker Heyn

Weiterhin stand auf der Werdohler Straße in Höhe der Baustelle am Obergraben die Fahrbahn unter Wasser. Selle: „Hier öffneten die Einsatzkräfte die Kanalöffnungen, so dass das Wasser abfließen konnte.“

An der Lüdenscheider Straße wurde Geröll von einem Weg oberhalb der Selvevilla auf die Bundesstraße 236 gespült. Auch hier wurden die Kanaldeckel geöffnet. 

„In der Grabenstraße ist ein Hausbrunnen voll gelaufen und drohte überzulaufen“, sagt Selle. „Hier wurde eine Tauchpumpe eingesetzt um den Brunnen leer zu pumpen.“

An der Rahmedestraße unterhalb der BFT-Tankstelle war der Einlauf eines Zuflusses der Rahmede verstopft, so dass das Wasser über die Straße floss.
An der Rahmedestraße unterhalb der BFT-Tankstelle war der Einlauf eines Zuflusses der Rahmede verstopft, so dass das Wasser über die Straße floss. © Feuerwehr Altena

Ein Großteil der Einsatzstellen konnte von der hauptamtlichen Feuerwache abgearbeitet werden. An der Rahmedestraße unterhalb der BFT-Tankstelle war der Einlauf eines Zuflusses der Rahmede verstopft, so dass das Wasser über die Straße floss. „Er wurde von der Löschgruppe Rahmedetal der freiwilligen Feuerwehr gereinigt“, berichtet der Pressesprecher.

[Update Freitag, 13. Januar, 9.14 Uhr] Der Lennepegel ist in Altena - gemessen an der Pott-Jost-Brücke - über die Nacht immer weiter angestiegen. Aktuell liegt es bei über drei Metern. Das hat Folgen: Die Lennepromenade zwischen Im Küstersort und Markaner ist voll gesperrt, ebenso die Linscheidstraße zwischen Markaner und Stadtwerke.

„Insgesamt waren etwa 250 Feuerwehr-Kameraden für die Menschen im Märkischen Kreis im Einsatz“, berichtet Kreis-Pressesprecher Alexander Bange. Demnach gab es 80 Einsätze kreisweit.

Am Samstag sind weitere kräftige und länger anhaltende Regenfälle im Märkischen Kreis angekündigt.

Während in Altena Sperrungen errichtet werden mussten, ist es in der Nachbargemeinde Nachrodt-Wiblingwerde ruhig geblieben. „Wir sind verschon geblieben“, berichtet Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz auf Nachfrage der Redaktion. Straßen mussten keine gesperrt werden, auch nicht vorsorglich. Die Feuerwehr unternahm Kontrollfahrten, konnte aber auch da nichts feststellen.

Die Treppen zur Lenne wurden bereits gesperrt.
Die Treppen zur Lenne wurden bereits gesperrt. © Heyn, Volker

[Update] Altena - Vormittags leckte der Fluss noch an der Straße, am Nachmittag begann die Polizei mit der vorsorglichen Räumung der geparkten Fahrzeuge. Die Lenneuferstraße wurde am Donnerstag als erstes gesperrt. Laut Ordnungsamtsleiterin Lisa Pflüger wurden dort alle nötigen Hochwasserschutzmaßnahmen getroffen. Am Abend teilte die Polizei dann mit, dass auch die Linscheidstraße gesperrt werden muss. Anwohner sollen ihre Fahrzeuge wegfahren.

Vermutlich werde das Hochwasser in der Nacht Altena erreichen, so Pflüger. Das wird auch in Hagen erwartet, wo die Stadt die Anwohner schon am Donnerstagmorgen bat, Hochwasser-Vorkehrungen zu treffen.

Der Regen hat die Lenne in den vergangenen Tagen immer weiter steigen lassen – so hoch wie zuletzt Anfang 2022. Der Informationswert 1, der bei gut 1,90 liegt, wurde bereits am Nachmittag überschritten. Gegen Abend stieg der Pegel dann auch auf über 2,40 Meter und überschritt so den Informationswert 2.

Hier besteht die Gefahr der Überflutung bebauter Grundstücke oder Keller sowie die Sperrung überörtlicher Verkehrsverbindungen. Die Zahlen veröffentlicht das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz.

Auch in Werdohl mussten schon Maßnahmen ergriffen werden. Mit neuen Drehschranken haben Mitarbeiter des Baubetriebshofs der Stadt am Donnerstagnachmittag den Parkplatz an der Goethestraße abgesperrt.

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