Hochhäuser am Nettenscheid: Maue Resonanz auf Petition pro Abriss

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Altena - Der leer stehende und heruntergekommene Wohnkomplex auf dem Nettenscheid ist Vanessa Kritzler ein Dorn im Auge. 

Im Februar rief die Anwohnerin eine Online-Petition ins Leben, mit der sie am liebsten den Abriss des baufälligen Gebäudetraktes, mindestens aber das Verbarrikadieren der Eingänge, erwirken wollte. Von der Beteiligung ist sie bis jetzt enttäuscht.

Nur 154 Personen haben bislang das Anliegen der Altenaerin unterstützt. 500 bis 1000 Unterschriften hatte sich Kritzler erhofft – eben wenigstens die der Nettenscheid-Anwohner. Als Ursache für die enttäuschende Beteiligung vermutet Kritzler vor allem die Corona-Krise. Unzählige andere Themen hätten ab März die Menschen beschäftigt. Da sei die Petition untergegangen.

Stadt gegenüber ein Zeichen setzen

Kritzler will sich aber noch nicht geschlagen geben: Aus Zeitgründen sei zwar auch ihr Engagement für ihren Vorstoß ein wenig eingeschlafen; das soll sich aber wieder ändern. Einen konkreten Plan hat sie noch nicht, aber „es soll und muss etwas passieren“, betont sie. „Ich werde das noch einmal in Angriff nehmen. Alleine schon, um der Stadt gegenüber ein Zeichen zu setzen, dass ich das Problem nicht vergessen habe.“ Auch wenn der zusehends verfallende Wohnkomplex optisch aktuell nicht so sehr störe wie sonst. Denn in ihrem Garten sprießt die Natur, und der Blick auf die Gebäude wächst langsam zu.

Gefahr für Bewohner

Kritzler begründet ihre Forderung damit, dass die Nettenscheid-Hochhäuser nicht nur einen unschönen Anblick böten, sondern inzwischen auch eine Gefahr für die Bewohner der angrenzenden Häuser darstellten. Immer wieder landeten Gegenstände in den Gärten der Nachbarn. Bei Kritzler selbst flogen zuletzt Anfang April Diabolo-Stäbe über den Zaun. Außerdem sei das Gebäudeinnere stark verschimmelt. Die Sporen gelangten nach außen, das stelle eine Gesundheitsgefahr für die Anlieger dar. „Der Geruch ist schon sehr extrem“, schreibt die Petitantin bei www.change.org. Immer wieder habe sie sich an Stadt und Polizei gewendet, schreibt die Frau weiter. Der Erfolg sei überschaubar gewesen. Zwar habe die Stadt im vergangenen Jahr eine Firma damit beauftragt, die Zugänge mit Holzplatten zu verschließen, aber „leider nicht alle“, berichtet die Anwohnerin. Deshalb würden immer wieder Unbekannte in die Hochhäuser eindringen und Gegenstände aus den Fenstern oder vom Dach werfen. Auf Youtube gibt es inzwischen mehrere Videoclips aus dem Inneren des Wohnkomplexes.

Fraglich ist, ob die Stadt in Sachen Hochhäuser überhaupt handeln kann. Sie sind vor Jahren in Eigentumswohnungen umgewandelt worden. Die 120 Einheiten gehören etwa 80 verschiedenen Personen – und über deren Eigentum kann die Stadt nicht einfach verfügen. Anders sieht die Sache aus, wenn Gefahr im Verzug ist: Ein Zwangsabbruch kommt erst in Frage, wenn akute Einsturzgefahr droht.

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