Von Benzingesprächen und alten Boliden

+
Ein Auto war schöner als das andere.

Altena - Es ging ums Fahren, um Genießen, um Sehen und Gesehen werden: Großartig war die historische Rallye Burg Altena. 60 Teams waren mit von der Partie.

 „Es geht nicht um Geschwindigkeit, sondern darum, wer am gleichmäßigsten fährt“, so Rennleiter Klaus Knipping. Hintergrund war die 5. Historische Rallye Burg Altena, die der MSC Altena  ausgetragen hat. In diesem Sinne waren im Feld der sportlichen Teilnehmer die besten Gleichmäßigkeitsfahrer Deutschlands am Start. Geht es doch bei den Gleichmäßigkeitsprüfungen, die von 48 Lichtschranken eingefangen wurden, um jede hundertstel Sekunde. Doch bevor die mehr als 60 Teams mit ihren Oldtimern am Samstagmorgen jeweils im Minutentakt ab 9 Uhr vom Parkplatz der Stadtwerke aus losfuhren, blieb noch genügend Zeit, sich über die Streckenführung (mehr als 250 Kilometer bis ins Hochsauerland) und die historischen Boliden auszutauschen oder wie es Teilnehmer Peter Eisele nannte: „Benzingespräche zu führen“. 

"Ein echter Oldtimer eben"

Bereits am Freitagabend hatte die 5. Historische Rallye auf der Burg Altena mit einem gemütlichen Beisammensein begonnen. Der Düsseldorfer Eisele ging übrigens mit einem Morgan Plus 8 (Baujahr 1999) auf die Strecke. Das Fahrzeug werde seit 1936 in unveränderter Form und bis heute manuell gefertigt. „Ich sitze praktisch auf einem Holzbrett“, so Peter Eisele, der davon schwärmte, dass sich der Wagen, angetrieben von einem 4,6 Liter V8-Motor, ohne Servolenkung rustikal steuern ließe („Ein echter Oldtimer eben“). 

Damals unter 10000 D-Mark

Mit einem etwas anderen Auto sind die beiden Duisburger Harald Sträter und Olaf Mertschoweit angetreten. Ihr Fiat Panda (Baujahr 1993) stach aus der Masse der Fahrzeuge allein durch seine Größe heraus. „Das Auto ist putzig und jeder hat es irgendwann schon einmal gesehen“, so Harald Sträter, der sich als überzeugter Fan der Marke Fiat zu erkennen gab. Immerhin sei es das erste neuerworbene Auto seiner Jugend gewesen, das es damals für unter 10.000 D-Mark zu kaufen gab. Die Sonderausführung mit dem Namen „Cosí“ zeigte sich darin, dass im Armaturenbrett eine Uhr (!) verbaut war. „Das war damals absolut selten“, so Sträter. Dass die übrigen Fahrer die beiden Duisburger eher belächen und möglicherweise nicht ernst nehmen, sei kein Problem: „Dann müssen wir halt mit guten Ergebnissen überzeugen.“

"Willis Jungs"

 Für die Rallye waren die Teilnehmer aus allen Teilen Deutschlands und im Falle des Ehepaars Alfred und Mathilde Quetsch sogar aus Bertrange in Luxemburg angereist. Doch auch aus Altena fanden sich gleich mehrere Teams im Fahrerfeld; darunter auch Herbert Schulte und Stefan Baumann mit ihrem Renault Alpine A310. „Das Auto ist bereits seit 1984 im Familienbesitz und hat meinem vor sechs Jahren verstorbenen Bruder gehört“, so Herbert Schulte. In diesem Sinne führten die beiden Lokalmatadoren unter dem Team-Namen „Willis Jungs“ die Familientradition fort. Eigentlich hätte unter der Haube des 150-PS starken Autos ein V8-Motor schnurren sollen. „Allerdings hat die Ölkrise damals diesen Plan zunichtegemacht, sodass nun zwei Zylinder fehlen.“ Alltagstauglich und mit zwei Kindersitzen ausgestattet war der sportliche Flitzer im Übrigen auch. Ergebnis: Die letzte halbe Stunde des Rennens durften die Enkel einsteigen, um die Einfahrt auf dem roten Teppich zu erleben. Diesen hatten die Organisatoren vor dem Lennekai ausgerollt. 

Und so erlebten die Zuschauer bei bestem Sommerwetter und moderiert von Olaf Diembeck den Zieleinlauf aller Fahrer-Teams. Auch wenn die meisten Fahrer nach zehn Stunden auf der Straße erschöpft waren, „wir sind fix und fertig“, so die beiden Porsche-Fahrer Wolfgang Heidt und Ede Weber, blieb die Bilanz angesichts der idealen Bedingungen positiv. Nur einen Tipp gab Tilo Macht, Fahrer eines Mitsubishi Lancer Evolution 3 (Baujahr: 1995) den Organisatoren mit auf den Weg: „Ihr benötigt dringend einen neuen Straßenbelag, aber ansonsten war alles top“. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare