Hinter Wehren zu wenig Wasser für Fische

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Michael Plata angelt seit seinem vierten Lebensjahr. ▪

ALTENA ▪ „Die Wasserqualität der Lenne hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt. Das wirkt sich positiv auf die gesamte Fauna aus“, freut sich der Angler Michael Plata über den Zustand des Gewässers. Als Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Lennetaler Sportfischereivereine und von Früh Auf Altena geht es ihm bei seinem Hobby nicht nur um das Angeln an sich.

Es gehe bei dieser Sportart auch darum, ein Bewusstsein für die Umwelt zu haben und sich um sie zu kümmern, betont Plata: „Die Interessengemeinschaft hat das Gewässer von den Fischereigenossenschaften Werdohl und Altena gepachtet. Deshalb sind wir auch für die Lenne zuständig.“

Und so treffen Mitglieder der Gemeinschaft zweimal im Jahr zu Arbeitseinsätzen zusammen, um Müll aus dem Wasser zu sammeln und die Ufer zu säubern. Darüber freuen sich nicht nur die Werdohler, sondern auch Gastangler aus der Umgebung und aus den Niederlanden. „Die finden das Gewässer ziemlich ansprechend“, weiß Plata.

Wer in der Lenne angeln will, muss einen gültigen Jahresfischereischein, der eine bestandene Anglerprüfung voraussetzt, nachweisen. Eine Ausnahme gelte für Zehn bis 14-Jährige. Sie benötigen einen roten Jugendfischereischein. Zudem dürfen sie nur in Begleitung eines Erwachsenen zur Angel greifen. Was die Techniken angeht, sei vom Fliegenfischen über das Spinnenfischen mit Blinkern bis hin zum Stippen und Grundangeln alles möglich.

Während tagsüber unter anderem die Bachforelle, die Brasse, und der Flußbarsch anbeißen, seien in der Nacht besonders Aale unterwegs. „Wer nachts angeln will, kann das aber nur in Begleitung eines Mitglieds der Interessengemeinschaft“, erklärt Plata.

Um den Fischbestand in der Lenne im Gleichgewicht zu halten, züchten die Gemeinschaftsmitglieder in einem Bruthaus im Werdohler Husbergtal Forelleneier. Wenn die Fische geschlüpft, zehn Wochen alt und etwa zwei Zentimeter groß sind, werden sie in die Lenne gesetzt. „Wir würden das auch gerne mit der Äsche machen. Das ist eigentlich der Leitfisch hier. Aber durch den Kormoran hat sich der Bestand stark dezimiert. Es ist sehr schwer, Äschen künstlich nachzuzüchten. Sie brauchen bestimmte natürliche Grundlagen“, bedauert der Vorsitzende.

Und ein weiterer Umstand ärgert den Naturfreund: „Wir haben ein Problem mit den Turbinen der Wasserkraftwerke. Sie nehmen das Wasser für die Stromgewinnung und dadurch bleibt nicht genug für die Fische übrig.“ Mittlerweile gehe die Gemeinschaft sogar gerichtlich gegen einen Betreiber vor.

Mit 800 Anglern sei die Gemeinschaft derzeit gut aufgestellt. Allerdings fehlen jugendliche Mitglieder: „Wir suchen junge Menschen, die am Naturschutz interessiert sind.“ Wer Lust hat, sich der Gemeinschaft anzuschließen kann sich unter Tel. 0 23 51 /1 26 99 melden. Informationen zum Angeln in der Lenne und in Altena gibt es außerdem unter http://www.zport.de/ausvrahmede. ▪ Von Jana Peuckert

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