Hier verbirgt sich Altenas größtes Sonnen-Kraftwerk

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Blick von oben auf die Dächer der Firma Finkernagel: 1100 Solarmodule hat das Unternehmen in den vergangenen sechs Jahren montieren lassen.  

Altena – Die Firma Finkernagel produziert nicht nur Draht und Umformwerkzeuge, sondern auch Strom – und dürfte mit diesem weitgehend unbekannten Standbein in Altena Marktführer sein.

1100 Photovoltaik-Module wurden im Laufe der vergangenen sechs Jahre auf die Dächer der Finkernagel-Werkshallen montiert. 

„Freunde hatten sich für ihr Privathaus eine Photovoltaik-Anlage zugelegt und davon berichtet, dass sie gute Erträge brachte“, berichtet Firmenchef Fritz-Uwe Finkernagel. Das habe ihn auf die Idee gebracht, die großen Dachflächen seines Unternehmens zur Energiegewinnung zu nutzen. 

Start in 2014

Im August 2014 ging deshalb die erste, noch vergleichsweise kleine Anlage in Betrieb. 123 Module sind gut für 31 Kilowatt-Peak. Diese Maßeinheit gibt die Leistung einer Photovoltaik-Anlage an. 

Zehn Kilowatt-Peak sind in Deutschland im Durchschnitt gut für etwa 10 000 Kilowattstunden pro Jahr. Das deckt den Jahresbedarf von drei Durchschnittshaushalten. 

Schon 2015 ging Finkernagel in die Vollen: Für die zweite Anlage wurden 478 Module verbaut. Und als 2019 eine neue Halle für den Werkzeugbau fertig war, da packte das Unternehmen dort weitere 494 Module aufs Dach. 

Weiterer Ausbau möglich

Von denen durften aber bis jetzt nur 319 in Betrieb genommen werden, weil nur 99 Kilowatt-Peak pro Jahr gefördert werden. Die übrigen 180 Module werden deshalb erst ab Oktober Strom erzeugen. Dann stehen aus 1100 Modulen 316 Kilowatt-Peak zur Verfügung. 

Die Solaranlagen liefern Gleichstrom: Fritz-Uwe Finkernagel zeigt einen Wechselrichter zur Umwandlung in Wechselstrom.

Ein weiterer Ausbau ist nicht ausgeschlossen – es gibt noch Platz auf den Dächern der Firma an der Westiger Straße. 

Der Strom vom Dach wird fast ausschließlich vom Unternehmen selbst verbraucht. „Wir speisen so gut wie nichts ins Netz ein“, sagt Finkernagel. Im Endausbau sollen etwa zwölf Prozent der benötigten Strommenge aus den eigenen Photovoltaikanlagen kommen. 

Erwartungen übertroffen

Neben dem Umweltaspekt spielt für ein Wirtschaftsunternehmen auch das Geld eine Rolle. „Es rechnet sich“, sagt der Unternehmer und lobt auch die Zuverlässigkeit der Anlage. Einmal im Jahr wird sie gewartet, ansonsten ist sie ein Selbstläufer. „Bisher hatten wir noch keine Ausfälle“, sagt der Firmenchef. Auch ein Leistungsabfall sei ebenfalls noch nicht zu beobachten. 

Erfreulich sei natürlich auch, dass die Anlage mehr Strom liefere als erwartet. Finkernagel: „Bislang wurden die Prognosen des Herstellers um 15 Prozent übertroffen.“ 

Ihren bisher besten Monat hatte die Finkerknagel-Anlage im Mai 2020. Da lieferte sie satte 38 000 Kilowattstunden. Damit würde ein Durchschnittshaushalt zehn Jahre lang auskommen.

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