Touristen-Magnet: Hier steht Altenas besonderer Weinberg

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Gerlinde Purgina und Hubert Hanisch erfreuen sich täglich an ihrem Wein, der entlang des Hauses an der Fritz-Thomeé-Straße 32 wächst und gedeiht. 

Altena – Ein besonderer - und vermutlich auch der einzige - Weinberg Altenas steht in besonders steiler Lage. Und er zieht immer wieder Touristen an. 

„Wir haben wahrscheinlich das einzig essbare Fotomotiv auf dem Weg zur Burg Altena.“ Hubert Hanisch und Gerlinde Purgina wissen, wovon sie sprechen: An ihrem Haus an der Fritz-Thomée-Straße 32 gedeihen üppige Weinreben. Kerngesund sehen sie aus, und prall hängen die noch nicht voll ausgereiften Trauben in der Sonne. „Und sie schmecken, das kann ich garantieren“, sagt Hubert Hanisch. 

„Immer wieder bleiben Touristen stehen, fotografieren unseren Burg-Weinberg“, sagt seine Partnerin Gerlinde Purgina lachend. „Besonders Japaner sind ganz verrückt danach.“ Und nach den kleinen Deko-Accessoires, mit denen die Hausfrau die grüne Weinwand geschmückt hat. Da klettert etwa eine Keramikkatze aus dem Wein, da sitzen kleine Vögelchen auf den Ranken und sind weitere Keramikfigürchen platziert. „Wonderful, wonderful, das hören wir so oft“, sagt Hanisch und muss schmunzeln. 

Kein Wein: "Einfach sehr, sehr aufwendig"

Die Reben am Haus tragen in diesem Jahr besonders gut. „Ich glaube, es liegt an dem Mix aus extremer Sonne und Regen“, sagt Hanisch und schneidet behutsam eine prachtvolle Dolle zurück. Wein keltern, das hat das Paar „schon vor Jahren aufgegeben. Das ist einfach sehr, sehr aufwendig“. Stattdessen kocht Gerlinde Purgina Marmelade aus den Trauben. „Ehrlich, die schmeckt wunderbar“, sagt sie. 

Die Trauben gedeihen und sind schädlingsfrei.


Doch neben der Marmelade gibt die zu erwartende Traubenernte 2020 auch so viel her, „dass wir auf jeden Fall Saft keltern können. 2018 haben wir uns das erstmals getraut – und auch das Getränk mundet“, sagt Purgina. Die Kinder hätten kein Interesse daran, die vielen Kilogramm Weintrauben „irgendwie selbst zu bearbeiten. Wir glauben schon, sie scheuen die Mühe“, meint Hanisch. 

Traubendiebe naschen gern

Mittlerweile sind die Burgstädter im Umgang mit dem Wein – was in unseren Breiten ja nicht üblich ist – durchaus geübt. „Schädlinge gibt es natürlich auch. 2017 hatten wir große Probleme. Da blieb fast nichts von den Trauben übrig“, erinnert sich Gerlinde Purgina. 

Fruchtdiebe gibt es auch: Wespen. Aber diesen Insekten bietet das Paar die Stirn. Purgina: „Ich habe zufällig einen kleinen Film im Fernsehen über Hobbywinzer gesehen. Da gab man den Tipp, Speisekartoffeln mit Nelken zu spicken und in die Trauben zu hängen. Das schrecke die Wespen ab. Wir haben es versucht. Und es hat geklappt. Heute summt es nirgendwo. Manchmal sind es eben die kleinen Kniffe, die helfen.“ 

Willkommene Pause an steilem Anstieg

Einen Namen haben Traubensaft und Marmelade nicht. „Wir nennen sie salopp ,Saft vom Burgberg‘.“ Wer beim Gang zur Burg seinen Hund am Haus entlang führt, ist bei Hanisch und Purgina „gerne gesehen. Ich finde, wir in Altena müssen etwas machen für die Touristen, gerade jetzt in Corona-Zeiten“. Deshalb steht „immer ein Napf mit frischem Wasser vor unserem Haus. Sie glauben gar nicht, wie froh die Leute sind, wenn sie unseren steilen Burgberg mit ihrem Vierbeiner erklommen haben und zur Erntezeit noch Trauben naschen dürfen.

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