„Summer of Pioneers“

Hier soll in Altena ein Weinberg entstehen

340 Rebstöcke stehen in Veserde.
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Einen Weinberg gibt‘s schon in Veserde, vielleicht gibt es bald auch einen in Altena.

Das Projekt „Summer of Pioneers“ trägt bereits Früchte: Die Idee für einen Weinberg reift. Einen konkreten Ort gibt es auch schon - und einen Wechsel im Team der Pioniere.

Altena – „Es ist heimelig. Dörflich gemütlich. Irgendwie scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.“ Das waren Boris Thienerts erste Gedanken, als er am Mittwoch am Bahnhof Altena aus dem Zug stieg und auf direktem Weg mit Sack und Pack seine neuen Pionier-Kollegen zum Frühstück an der Lenneterrasse traf.

Boris Thienert ist als Pionier in Altena eingetroffen.

„Ich habe erst vergangene Woche von diesem Projekt erfahren“, erzählt der freiberufliche IT-Berater aus Düsseldorf, der Kontakt zur Pionierin Birgit Eschbach hat. Der Plan war, erst einmal für zwei Tage hineinzuschnuppern. Doch schon nach einer halben Stunde hatte der 39-Jährige ein so gutes Gefühl mit dem Team und für die Stadt, dass er wohl bleiben wird.

Kita-Platz am Bodensee: Pionierin verlässt Burgstadt

Unterstützung können die Pioniere natürlich gut gebrauchen. Auch, weil eine von ihnen jetzt aussteigt. „Aber nicht, weil es mir hier nicht gefällt. Im Gegenteil. Ich finde es klasse hier“, sagt Sarah von Kaminietz. Die Lehrerin in Elternzeit, für die von Anfang an feststand, dass sie nicht die komplette Pionier-Strecke in Altena mitgehen wird, hat einen Kita-Platz für den kleinen Levin gefunden und wird nun am Bodensee heimisch.

Von Nilüfer Seker gab es ein Abschiedsgeschenk für Pionierin Sarah von Kaminietz und deren Sohn Levin.

Sehr gerührt war sie vom Abschiedsgeschenk von Nilüfer Seker für den kleinen Levin: ein silbernes Armband mit besonderer Gravur „Altena 21“ und einem Mini-Drahtring, die sich Ulrike Betzler ausgedacht hat. Dem Projekt „Summer of Pioneers“ will Sarah von Kaminietz auch weiterhin treu bleiben. Sie will jetzt versuchen, die Pionier-Projekte aus anderen Städten zu vernetzen.

Altenaer haben hohe Erwartungen an Pioniere

„Eine Freundin, mit der ich Synchronschwimmen gemacht habe, ist beim Projekt in Homberg dabei und auch in der Nähe vom Bodensee gibt es die Pioniere“, erzählt Sarah von Kaminietz, die in den vergangenen eineinhalb Monaten viele Kontakte in der Burgstadt knüpfen konnte, „ganz locker“ im Eiscafé zum Beispiel.

Die älteren Altenaer, so erzählt die Pionierin, „haben ihre Ideen nur so ‘runtergerattert, wünschen sich unter anderem eine Frischetheke in der Stadt. Die Jüngeren scheinen zufriedener. Vielleicht liegt es daran, dass die jungen Leute aktiv entscheiden können, hier zu leben, während die Älteren möglicherweise das Gefühl haben, in Altena gestrandet zu sein.“ Dass die Bürger hohe Erwartungen an die Pioniere haben, glaubt Sarah von Kaminietz ganz bestimmt.

Weinberg: 1500 Quadratmeter in Südlage

Ob sie erfüllt werden können? Fakt ist: Die Findungs- und Eingewöhnungsphase ist abgeschlossen und eine Aufbruchstimmung ist zu spüren. Mitten in der Stadt könnte das erste Pionier-Highlight entstehen: ein kleiner Weinberg. Ein Ort ist auch schon ausgeguckt: oberhalb des Deutsche-Bank-Parkplatzes. Südlage. 1500 Quadratmeter. Geklärt werden müssen jetzt die Fragen: Wie ist die Bodenbeschaffenheit? Welche Rebsorten würden sich eignen?

Die Pioniere beim Frühstück auf der Lenneterrasse in Altena.

Und bevor diese Vision als total verrückt erklärt wird, sollte man drei Blicke über den Tellerrand werfen. In Veserde gibt es einen Weinberg von Dirk Preising. Und selbst in Ostfriesland werden gerade Reben der Sorten „Sauvignon Gris“ und „Solaris“ gepflanzt. Pionierin Birgit Eschbach hat es sich vor Ort angesehen – und bringt den Schwung mit nach Altena.

Birgit Eschbach kann sich übrigens gut vorstellen, dass Altena ähnlichen Erfolg wie Andernach haben könnte. Andernach ist essbare Stadt geworden. Gemüsesorten wie Bohnen und Möhren, Obst- und Beerensorten oder Küchenkräuter können mitten in der Stadt geerntet werden. „Das hat am Anfang auch keiner geglaubt.“ Und in Altena gibt es bald das „gute Tröpfchen“? Möglich ist das. Zudem könnten viele Altena eingebunden werden, könnten Patenschaften für Rebstöcke übernehmen und bei der Arbeit im Weinberg helfen.

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