Gegen Hetze - Diözesanrat startet Social-Media-Kampagne

„Hier rubbeln und alles wird gut!“

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Genau lesen und befolgen: Dann gibt es Lebenswertes gegen Pöpeleien und Hetze im Internet.

Altena - WhatsApp-Nachrichten gehören zum Alltag eines jeden Handy-Besitzers. Manche dieser Mitteilungen sind vielleicht wichtig, andere mehr oder weniger witzig und viele einfach überflüssig. Jetzt klinkt sich auf der Endstrecke der anstehenden Bundestagswahl am 24. September der katholische Diözesanrat in den WhatsApp-Kanal ein.

Mitglieder dieses Laien-Mitbestimmungs-Gremiums der Diözese Essen, etwa die Altenaer Stefan Kemper und Christiane Frebel, haben an Freunde, Bekannte und alle, die Multiplikatoren sein könnten, eine auf den ersten Blick witzige WhatsApp-Mitteilung versandt. „Hier rubbeln und alles wird gut!“, heißt es dort und angezeigt wird dazu eine orange-farben unterlegte Fläche. Rund 150 Bekannte haben die beiden persönlich so bereits erreicht - bistumsweit sind es bis jetzt einige Tausend dieser WhatsApp-Nachrichten.

Eigene WhatsApp versandt

Wer rubbelt, also über den Handy-Bildschirm streicht, erlebt erst einmal gar nichts – doch es gibt natürlich einen Internet-Link: „www.mehrklick.de“ und die Warnung „Vorsicht vor einfachen Antworten!“ Wer hier lande, bekomme weniger einfache Informationen beziehungsweise Antworten – aber mehrklick(s) für das Gute, wie Stefan Kemper humorvoll anmerkt. Die kleinen Nachrichten irritieren, provozieren oder belustigen – zunächst. Denn: Es sind einfach hintergründige Botschaften, die zum Nachdenken anregen. Der Diözesanrat beziehe über diesen Kanal Position, so Kemper und Frebel. „Aktiv gegen Hass, Vorurteile und Verallgemeinerungen“ – das sei die Gegenbotschaft zu Populisten, die mit scheinbar einfachen Antworten auf Stimmenfang im Bundestagswahlkampf gingen.

Digitale Schreihälse

Der Diözesanrat wolle einen bewussten Gegenpol setzen gegen „digitale Schreihälse“, die mit ihren Parolen im Internet oft leider größtmögliche Aufmerksamkeit erzielten. Die beiden Altenaer sind sicher, dass es Zeit ist, etwas dagegen zu setzen. Zeit, sich nicht mit Vordergründigem zufrieden zu geben, sondern hinter die Dinge zu schauen. Eine Eintagsfliege bleibe die erste WhatsApp-Wahl-Aktion nicht. „Es wird im Jahresverlauf weitere geben“, kündigte Kemper an. 

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