Vogelpippi für die Würze

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Beate Albrecht (l.) gab die Hexe Mirakula. Mit ihr auf der Bühne: Rolande Beugré. ▪

ALTENA ▪ Schiefe, schrille Töne, ein dicker Popo im Flicken-Outfit, der sich langsam rückwärts durch die Öffnung eines windschiefen Hexenhäuschen schiebt. Augenblicke später der erste Sichtkontakt mit der Hexe Mirakula (Beate Albrecht). Von Anbeginn an waren 180 Grundschüler vom Breitenhagen fasziniert und gefesselt. Die Schulgemeinschaft erlebte am Dienstag in der Aula das Kindertheaterstück „Hexenmus und Zauberkuss.“

Bereits das zweite Mal war die Gruppe „Theater-Spiel“ aus Witten damit vor Ort. Einmal mehr durch Initiative von Angelika Wagner aus dem Fachbereich Jugend, zeigte sie auch jetzt in 50 Minuten ein Theaterstück für Kinder über Hexen, Fremdsein, Migration, Integration, Streit und Freundschaft. „Wir waren im vergangenen Jahr verhindert“, sagte Rektor Jörg Schlüter. Doch er hatte vom großen Erfolg vor Mühlendorfer-Grundschülern und Kindergartenkindern gehört. „Wir sind dankbar, dass wir das heute auch haben können.“

Zum Inhalt: Mirakula, die größte Hexe im ganzen Land, lebt seit 175 Jahren ein geruhsames Hexenleben. So soll es bleiben. Bis eines Morgens, ihr Zaubermus ist gerade angesetzt, die Hausarbeit verrichtet, Hexe Serpentina (Rolande Beugré) in die Ordnung platzt. Es wird sofort laut, bunt, chaotischer – und die fremde, englischsprechende Hexe, bringt alles durcheinander.

Als Mirakula mit grünlichem Gesicht, langer Nase und Hexenrock Spinne, Ratte, Huhn und Vogelpippi in ihr Hexenmus mischt, ekeln sich nicht wenige. Furios auch der weitere Verlauf, als Hexe Serpentina durch einen schief gegangenen Zauberspruch als zeternde Fremde auftaucht und sofort für Unbehagen sorgt.

Es ging um Fremdsein, um Krach, Streit, Versöhnung und Freundschaft. Mit enormer Spielfreude eroberten beide Schauspielerinnen die Herzen der Zuschauer. Die Mädchen und Jungen erlebten jede Menge Klaumauk, Wendungen und Überraschungen. Nicht alle Differenzen konnten die so unterschiedlichen Hexen bei ihrem Zusammenraufen beilegen. Aber, sie lernten, sich zu akzeptieren. Zwei unterschiedliche Temperamente fanden zueinander.

Für den furiosen Auftritt bedankten sich die Zuschauer zum Schluss lauthals. Zum rhythmischen Applaus und Gesang des Publikums tanzten die beiden Frauen in das Happy End. Rektor Jörg Schlüter: „Ein toller Morgen.“ ▪ Von Johannes Bonnekoh

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