Ausstellung zum 1. Weltkrieg im Kreishaus I eröffnet

Mit Handschlag an die Front verabschiedet – für viele war es eine Fahrt in den Tod.

Altena -  Eine besondere Ausstellung zum 1. Weltkrieg wird am Freitag um 17 Uhr im Kreishaus I an der Bismarckstraße in Altena eröffnet.

Wie berichtet, hat die Ausstellung, bei der mehr als 300 Exponate gezeigt werden, Ulrich Biroth zusammen getragen. Obwohl er viel Zeit investiert habe, „lässt die Ausstellung lässt dennoch Fragen offen. Beispielsweise, wie viele der 17 Millionen Kriegsopfer aus dem Gebiet des heutigen Märkischen Kreises kamen. Das ist leider nicht umfassend dokumentiert“, sagt Ulrich Biroth. Ein wenig Licht in besonders diesen Umstand bringt deshalb eine Vortragsreihe zum Thema und ein Konzert.

Biroth: „Wir wollen nicht die große Politik von damals zeigen. Wir wollen dokumentieren, wie dieser Krieg die Heimat, das Leben vieler Familien hier beeinflusst hat.“ Das unterscheidet die Ausstellung im Altenaer Kreishaus von anderen, die derzeit anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Erster Weltkrieg“ gezeigt werden.

Es gab aber auch die andere Seite, davon zeugt die Ausstellung ebenfalls. „Einige heimische Firmen haben damals produziert wie doof. Die Unternehmer haben sich eine goldene Nase verdient.“ Sie stellten Kriegszubehör her, vom Kochgeschirr über Feldflaschen bis hin zu schweren Ketten. Dafür setzten sie auch massiv Kriegsgefangene ein, beispielsweise Russland-Polen, Belgier oder Holländer.“ Dies belegt der Eintrag einer Zehnjährigen aus Balve in ihrem Tagebuch: „Wir gehen jetzt zum Bahnhof, Russen gucken.“ Allein bei einer Altenaer Firma mussten 400 Kriegsgefangene schuften. Geworben wurde für die kriegsrelevanten Produkte mit ganzseitigen Anzeigen auch in der Sonderausgabe „Deutsche Wehrmänner 1913“ der „Leipziger illustrierten Zeitung“.

Geöffnet ist die Ausstellung bis zum 31. Oktober montags bis donnerstags von 10 bis 16.30 Uhr, freitags von 10 bis 15 Uhr, sowie an einigen Sonntagen von 14 bis 17 Uhr. Der Besuch der Ausstellung sowie der Vorträge ist kostenlos.

www.maerkischer-kreis.de.

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