Heute startet der Regelbetrieb in den Kitas

Raus aus dem Betreuungsloch

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Los geht’s wieder in den Kitas: Die Kinder und Erzieher freuen sich auf den Regelbetrieb ab dem heutigen Montag, der auch im Awo-Kindergarten in Nachrodt startet.

Altena – Inge Harneid ist einfach nur „froh und glücklich“, dass ab heute in NRW der Regelbetrieb in der Kindertagesbetreuung in Pandemie-Zeiten wieder aufgenommen wird und der vertraglich vereinbarte Betreuungsumfang geleistet werden kann. „Ich freue mich sowohl für die Kinder als auch für die Eltern. Gerade für die berufstätigen Eltern waren die letzten Monate echt schwierig“, sagt die Leiterin der evangelischen Kindergärten am Knerling und in der Rahmede am Drescheider Berg.

 Das monatelange Betreuungsloch in der Corona-Krise hat auch in der Burgstadt bei vielen Eltern die Reserven ausgeschöpft. Zwar hatten die Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen am 8. Juni von einer erweiterten Notbetreuung in einen eingeschränkten Regelbetrieb geschaltet, die Rückkehr in den Regelbetrieb aber dürfte ab heute den Eltern nochmals eine große Last von den Schultern nehmen und ihnen mehr Planungssicherheit geben. „Es ist schon ein Unterschied, ob die Kinder zum Beispiel nur fünf statt der gebuchten sieben Stunden in den Kindergarten gehen können“, verdeutlicht Inge Harneid, die sich aber auch für die Kinder riesig freut. Zum einen können nämlich bewährte pädagogische Konzepte ab heute wieder umgesetzt werden, zum anderen dürfen sich die Kinder verschiedener Gruppen auch wieder begegnen und zusammen spielen und toben.

 Im eingeschränkten Regelbetrieb gab es nämlich eine strikte Trennung von Gruppen und keine offenen Konzepte, die Kontakte mussten nachvollziehbar bleiben. „Es gab keinen Kontakt zwischen den Kindern der einzelnen Gruppen. Das wird ab Montag aufgehoben“, sagt Inge Harneid, die in diesem Zusammenhang allen Mädchen und Jungen in den Einrichtungen am Knerling und in der Rahmede ein ganz dickes Lob aussprach: „Die Kinder haben es in den letzten Wochen super toll mitgemacht, das war wirklich bewundernswert. Dafür kriegen sie jetzt alle ein Eis. Ein ganz dickes Eis.“ Hilfskräfte werden befristet eingestellt Weil eine Einhaltung des Abstandsgebots von Kindern untereinander sowie zwischen Kindern und dem pädagogischem Personal nicht möglich ist und nach Angaben von NRW-Familienminister Joachim Stamp eine Mund-Nasen-Bedeckungen für die Mädchen und Jungen in der Kindertagesbetreuung „nicht umsetzbar“ sei, bleibe im Regelbetrieb die Umsetzung von Hygienemaßnahmen in der Kindertagesbetreuung weiter von besonderer Bedeutung. „Die allgemeinen Schutzmaßnahmen, die die Ausbreitung des Virus verhindern sollen, gelten weiterhin und werden gesondert geregelt“, teilte das Ministerium mit. Für Inge Harneid und ihr Team sind Einhaltung und Umsetzung der Hygienevorgaben und Schutzmaßnahmen ohnehin schon lange eine Selbstverständlichkeit: „Wir achten zum Beispiel extrem auf die richtige Handhygiene.“ Und auch desinfiziert werde reichlich und sehr gründlich. Der Aufwand, der in den Kindergärten geleistet werden werden muss, er ist in Zeiten der Pandemie nochmals deutlich größer geworden.

 Um den gestiegenen Anforderungen – zum Beispiel bei der Desinfektion, beim Händewaschen oder der Essenszubereitung – Rechnung zu tragen, haben die Träger von Kindertageseinrichtungen kurzfristig finanzielle Unterstützung vom Land erhalten und können, befristet bis zum Jahresende, zusätzliche Hilfskräfte im nichtpädagogischen Bereich einstellen. Inge Harneid begrüßt diese Unterstützung sehr. Heute führt sie ein Vorstellungsgespräch mit einer potenziellen Helferin, die im Kindergarten Rahmede das pädagogische Personal entlasten soll. „Für den Kindergarten Knerling suche ich noch eine Person“, so Harneid. Auch von der Möglichkeit, dass sich alle Beschäftigten in der Kindertagesbetreuung und die Kindertagespflegepersonen bis zu den Herbstferien freiwillig alle 14 Tage testen lassen können, wird in den evangelischen Kindergärten am Knerling und in der Rahmede Gebrauch gehabt. Wie Inge Harneid berichtete, werden sich schon in den nächsten Tagen einige Kolleginnen und auch sie selbst auf das Coronavirus testen lassen. Die Gesundheit aller Beteiligten hat schließlich oberste Priorität. Das fiese Virus, es soll mit aller Macht aus den Einrichtungen draußen bleiben. Kranke Kinder gehören nicht in die Kita Eine große Verantwortung tragen weiterhin die Eltern, die den Gesundheitszustand ihres Kindes richtig einschätzen sollen, bevor sie es in die Kindertagesbetreuung bringen. Denn ganz grundsätzlich gilt: Kranke Kinder gehören nicht in die Betreuung. Und was ist im Fall einer Schnupfnase? In dem vom Ministerium veröffentlichten Empfehlungen für die Kindertagesbetreuung im Regelbetrieb in Zeiten der Pandemie heißt es im Umgang mit Schnupfen wörtlich: „Auch Schnupfen kann nach Aussage des RKI zu den Symptomen einer Covid-19-Erkrankung gehören. Angesichts der Häufigkeit einfachen Schnupfens/laufender Nase bei Kindern empfehlen wir folgendes Vorgehen: Im Falle einer laufenden Nase ohne weitere Krankheitsanzeichen oder Beeinträchtigung des Wohlbefindens des Kindes sollte zunächst für 24 Stunden zu Hause beobachtet werden, ob weitere Symptome wie Husten, Fieber etc. hinzukommen. We8nn keine weiteren Symptome auftreten, kann das Kind wieder in der Kindertageseinrichtung oder Kindertagespflegestelle betreut werden. Für die Wiederaufnahme ist kein ärztliches Attest erforderlich.“ Es waren und bleiben spannende Tage für Kinder, Eltern und die in der Kindertagesbetreuung Beschäftigten. Heute beginnt zwar wieder der Regelbetrieb. Es bleibt aber ein Regelbetrieb in Zeiten der Pandemie. Und die Eltern dürfen am Knerling und in der Rahmede auch weiterhin den Kindergarten nicht betreten. Von Normalität kann noch keine Rede sein.

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