Heute letzter Arbeitstag für Volker Richter, Leiter des Baubetriebshofes

Ein Abschied nach 33 Jahren

+
Volker Richter, Leiter des Baubetriebshofes, hat heute nach mehr als 33 Jahren seinen letzten Arbeitstag.

Altena/Nachrodt-Wiblingwerde - Der Ruhestand ist falsch benannt, denn da passiert noch allerhand: Volker Richter freut sich drauf, aber es „ist auch ein komisches Gefühl“, sagt der Leiter des Baubetriebshofes schmunzelnd. Heute ist sein letzter Arbeitstag. Nach 33 Jahren gibt er das Zepter an seinen Nachfolger Robert Groppe ab. Kaffee gibt es heute übrigens nur für die Gäste. Volker Richter trinkt lieber Tee.

Volker Richter ist ein „Altenaer Junge“, – in der Burgstadt aufgewachsen, Abitur am Burggymnasium, dann zum Studium des Bauingenieurwesens an die Fachhochschule. Danach arbeitete er als Bauleiter bei der Baufirma Bamberger. „Die gibt es leider nicht mehr“, erzählt Volker Richter. „Ich war sehr zufrieden da. Aber dann las ich die Anzeige, dass hier ein Bauingenieur gesucht wurde. Ich habe mich halbherzig beworben. Das Problem mit meinem Job war eigentlich nur, dass ich jeden Tag nach Haspe fahren musste. Ich habe meine Tochter gar nicht mehr gesehen. Und ich wollte nicht aus Altena wegziehen. Wenn ich ganz vernarrt auf den Job gewesen wäre, hätte es sicher nicht geklappt“, meint der Bauhof-Chef, der mit Altena tief verwurzelt ist. „Ich finde Altena toll. Viele finden die Stadt nicht so attraktiv, aber mir gefällt, dass die Gemeinschaften gut funktionieren.“

Wie gut, weiß er nur zu genau: Volker Richter ist seit 30 Jahren Platzmeister bei den Schützen und auch im Vorstand in der Kompanie Mühlendorf aktiv. Sportlich liebt er Badminton bei Städtisch Rahmede – auch seit 30 Jahren. Nur Fußball geht über die Stadtgrenzen hinaus: Dass er Schalke-Fan ist, gibt Volker Richter auch gern zu. Allerdings steht er dem Fußball immer kritischer gegenüber: „Vielleicht kommt durch die Corona-Krise der eine oder anderem zum Nachdenken. Das Ungleichgewicht wird deutlich: Die Spieler verdienen etliche Millionen im Jahr und viele andere kämpfen mit Kurzarbeitergeld.“ Der Fan sei eigentlich nur noch ein Produkt, ein Mittel zum Zweck. Auch nach mehr als drei Jahrzehnten im Job kommt Volker Richter über seine Arbeit noch ins Schwärmen. „Man glaubt gar nicht, wie vielfältig die Aufgabe ist: vom Winterdienst über die Spielplätze, Grünanlagen, Arbeiten an den Gewässern, Hochwasser, wilde Müllkippen, Absperrungen. Wenn man den Tag plant, kommt es meistens anders, dann semmelt jemand eine Straßenleuchte um“, erzählt der 63-Jährige schmunzelnd. Als große Freude hat es Volker Richter immer empfunden, viele Menschen kennenzulernen, „nette, interessante, aber auch welche, mit denen man diskutieren musste.“ Der Bauhof wird besonders im Winter auch gern als Buhmann gesehen. „Wenn es zu heftig wurde, habe ich auch schon mal gesagt: ‘Ich bin nicht ihr Fußabtreter.’“ Die interkommunale Zusammenarbeit mit Nachrodt-Wiblingwerde, die vor vier Jahren startete, war durchaus noch mal etwas Besonderes in der Laufbahn von Volker Richter. „Wir haben versucht, im Vorfeld alles zu organisieren, aber es war nicht so, dass alle Beteiligten sofort begeistert waren. Aber es hätte nicht besser kommen können. Ich hoffe, dass auch die Nachrodt-Wiblingwerder Bürger das jetzt so sehen.“

 Die Kommunen ticken unterschiedlich. Während Nachrodt-Wiblingwerde besonders großen Wert auf die Pflege der Grünanlagen legt, liegt das Augenmerk in Altena besonders auf der Straßenunterhaltung. Die Verbindungen zu den Verwaltungen, zu den Ortsvorstehern, aber auch zu den politischen Gremien und dem Beirat hat Volker Richter immer als sehr positiv empfunden.. Der Abschied für immer aus dem Berufsleben fällt Volker Richter nicht leicht, aber er hadert ganz und gar nicht. „Jetzt fühle ich mich noch gesund. Dieter Nuhr hat mal gesagt: Die Jahre, die man weiterarbeitet, kriegt man nicht obendrauf.’ Da darf man sich die Jahre gönnen. Es wird nicht leichter, wenn morgens um halb 6 der Wecker klingelt und man aus dem Bett hüpfen muss.“ Langweilig wird ihm in Zukunft nicht. „Ich habe ein großes, steiles Grundstück. Und auch Hühner. Da möchte ich noch viel verändern, Stützmauern bauen zum Beispiel. Ich müsste 100 werden, damit ich das alles umsetzen kann“, erzählt Volker Richter, der eine Tochter, einen Sohn und drei Enkelkinder hat. Er ist gerne Opa, aber keiner, der jetzt mit dem Wohlmobil durch die Welt reisen möchte. „Ich fahre gerne mal weg, aber auch unheimlich gerne wieder nach Hause.“ Statt eines Wohnmobils hat er sich einen Trecker gekauft. Einen Oldtimer. „Der ist noch nicht restauriert, aber von Weitem sieht er ganz gut aus“, erzählt Volker Richter und lacht. Bei Sonnenschein fährt er auf jeden Fall irgendwann damit über die Lennestraße.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare