Erste Pfarrbeauftragte im Bistum Essen

Herzlicher Empfang für Sandra Schnell

Einführung Sanda Schnell
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Karl-Heinz Kühn und Christiane Blumenkamp gehörten ebenfalls zu den Gratulanten.

Es sei ein großer Schritt für die katholische Kirche – das sagte Generalvikar Klaus Pfeffer am Sonntag bei der Amtseinführung von Sandra Schnell und Johannes Broxtermann und meinte natürlich vor allem die Tatsache, dass jetzt eine Frau an der Spritze von St. Mattäus steht. Diese Entscheidung verdeutliche auch die großen Umbrüche, die die Kirche gerade erlebe und die natürlich vielen Menschen auch Sorgen bereiten, wie Pfeffer weiß. Sie seien auch mit Auseinandersetzungen verbunden – „aber das ist ganz normal“.

Altena - Die Akzeptanz eines Amtes, das durch Männer und den Zölibat geprägt sie, gehe zurück, weiß der Generalvikar. Priestermangel war am Ende der Grund dafür, dass Sandra Schnell mit der Leitung der Pfarrei beauftragt wurde. Das sei aber keine Notlösung, betonte Pfeffer: Schon immer spielten Frauen in der Kirche eine wichtige Rolle, das müsse ausgebaut werden: „Männer und Frauen müssen gemeinsam Gemeinde gestalten“. Als „ein bisschen verrückt“ bezeichnete es der gebürtige Neuenrader, dass das Kirchenrecht verlangt, dass der Pfarrbeauftragten ein „moderierender Priester“ an die Seite gestellt wird, der in manchen Angelegenheiten das letzte Wort hat.

Ermöglicher sein

„Möglichst oft Ermöglicher sein“ – das habe sie selbst sich vorgenommen, sagte Sandra Schnell im Einführungsgottesdienst. Sie wisse aber, dass personelle und finanzielle Engpässe dem Grenzen setze: Sicher werde die Gemeinde sich von einzelnen Gebäuden trennen müssen. Grundsätzlich sei sie aber der Auffassung, dass Kirche in der Fläche (und damit auch in Nachrodt, Wiblingwerde, Evingsen und Dahle) präsent sein müsse, aber vielleicht anders als bisher. „Die großen Gebäude, die wir jetzt haben, die passen nicht mehr zu uns“. „Es wird spannend. Und es wird auf jeden Fall neu. Ich bin mir aber sicher, dass wir vor all diesen Veränderungen keine Angst haben müssen“ – so schloss ihre Ansprache.

Das erste Grußwort sprach der Bruder der neuen Pfarrbeauftragten: Patrick Schnell ist Kreisdechant und damit gewissermaßen der Vorgesetzte von Sandra Schnell. Er freue sich, dass sein Dekanat mit diesem Schritt eine Vorreiterrolle im Bistum spiele, sagte er. Auch aus dem politischen Raum gab es gute Wünsche: „Schön und erleichternd“ sei es, dass die Führung der Pfarrei geregelt werden konnte, sagte Nachrodts Bürgermeisterin Birgit Tupat, die viel Vertrauen in Schnell und Broxtermann steckt: „Das sind zwei Menschen, die vielen hier neuen Mut geben werden“.

Hier wird Geschichte geschrieben.

Dr. Sadrack Djiokou

Uwe Kober, Bürgermeister der Stadt Altena, erinnerte an den Kulturkampf des preußischen Staates gegen die katholische Kirche, in dessen Verlauf in Altena das Pfarrhaus durchsucht und das Gemeindevermögen durch den Bürgermeister beschlagnahmt wurde – „ich verspreche, dass ich das nicht tun werde“, sagte er.

„Hier wird Geschichte geschrieben“, sagte Dr. Sadrack Djiokou, der Pfarrer der evangelischen Gemeinde Altena, und meinte das übergreifend: Eine Frau an der Spitze der katholischen Gemeinde und ein Afrikaner als Pfarrer der Protestanten – in Altena tue sich Außergewöhnliches.

Eine Band gründen oder vielleichte einen Chor – das liege ihr besonders am Herzen, sagte Sandra Schnell im Einführungsgottesdienst und griff zum Abschluss des offiziellen Teils zur Gitarre. Der Titel des von ihr ausgewählten Liedes ist gewissermaßen Programm: „Wagt euch zu den Ufern, stellt euch gegen den Strom ...“

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