Mit Taschenlampen in die Dunkelheit der Höhle

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Mehr als 60 Mutige nahmen an der Exkursion in die Gesshardt-Höhle teil.

ALTENA ▪ Im Jahr 1911 wurde die Gesshard-Höhle entdeckt, seit 1983 ist sie für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Am Samstag bestand eine der wenigen Gelegenheiten, die Höhle zu besichtigen. Mehr als 60 Personen nutzten dieses Angebot des Heimatvereins Rahmede und trauten sich, mit Helmen und Taschenlampen ausgerüstet, in die Finsternis.

Helmut Seckelmann begrüßte die Teilnehmer der Führung hinter dem Gemeindehaus der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Grünewiese. „Haben Sie keine allzu großen Erwartungen. Diese Höhle ist nicht mit der Dechenhöhle zu vergleichen“, bat er die Anwesenden.

Über die kleine Brücke des Bremecke-Bachs ging es zunächst bergauf zum Höhleneingang. Dort erfuhren die Interessierten, dass die Höhle nicht etwa nach ihrem Entdecker benannt wurde, sondern nach dem Gebiet, in dem sie liegt. Und entdeckt wurde sie auch nicht, weil angeblich eine Ziege durch eine Öffnung in die Höhle fiel, sondern bei Bohrarbeiten.

„Hier haben viele Jahre die Kinder der Nachbarschaft gespielt“ berichtete Seckelmann. 1983 wurde der Eingang mit einer Tür verschlossen, seitdem tummeln sich nur noch Fledermäuse, Feuersalamander und Molche in der Dunkelheit.

Mitglieder der AG Höhle und Karst halfen den Besuchern, sich in der absoluten Finsternis zurecht zu finden. Aufgeteilt in drei Gruppen, wurden sie durch die Höhle geführt. Ein enger Eingang, glitschige Steine und totale Dunkelheit – für die meisten Besucher, erst recht für die Kinder, war das ein richtiges Abenteuer. 197 Meter weit kann man in die Höhle hineingehen, dabei sind 15 Meter Höhendifferenz zu überwinden. Die Höhlenforscher zeigten die ursprüngliche Öffnung in der Höhlendecke und auch den später angelegten, inzwischen aber wieder verschlossenen früheren Eingang. Schienen im Eingangsbereich zeugen davon, dass Steine und Geröll mit Loren aus der Höhle transportiert wurden. Ein paar Tropfsteine, ein Teich und sogar einen Feuersalamander konnten die Besucher im Schein der Taschenlampen entdecken. Nach der spannenden Führung nutzten einige die Einladung der evangelisch-freikirchlichen zu Kaffee und Kuchen in deren neugestalteten Räumen. ▪ Silvia Sauser

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