Heike Martin zieht nur noch selten Rock und Bluse an

Ziehen beide an einem Strang: Heike und Thomas Martin vom gleichnamigen Steinmetzbetrieb.

ALTENA - Früher machte sie sich schick, wenn sie zur Arbeit ging. Heute aber hängen Rock und Bluse ganz weit hinten im Schrank: Heike Martin ist verheiratet mit Thomas Martin, dem Steinmetzmeister und Steinbildhauer aus Evingsen. Aber die 44-Jährige ist nicht nur seine Ehefrau, sondern auch seine beste Mitarbeiterin. Von Ilka Kremer

Heike Martin trägt Jeans, Pullover und Arbeitsschuhe. „Ich mache eigentlich fast alles“, berichtet sie und meint damit die Beratung und den Verkauf genauso wie das Aufmessen auf dem Friedhof und auch mal die Arbeit in der Steinmetz-Werkstatt. Sie unterstützt ihren Mann, wo sie kann. Für die ausgebildete Reiseverkehrskauffrau der „krasse Unterschied“. Doch sie habe mit der Zeit festgestellt, dass ihr das handwerkliche Arbeiten richtig Spaß macht. Und: „Bei einem so kleinen Handwerksbetrieb, da muss man sich darüber im Klaren sein, dass man mit anpacken muss.“ Naja, und nebenbei kümmere sie sich noch um die „normale Hausarbeit“. Dabei geht ihr doch dann sicher ihr Mann zur Hand – wegen der Gerechtigkeit, oder? „Nein. Das erwarte ich auch nicht von ihm“, sagt sie. Sein Arbeitstag auf den Friedhöfen und anschließend in der Werkstatt sei sehr anstrengend, „da ist er auch echt k.o.“ Deshalb müsse Thomas nicht beim Abwasch oder beim Kochen helfen. „Er isst dann lieber“, schmunzelt Heike und wirkt dabei zufrieden.

„Manchmal habe ich keine Lust“, gibt sie zu. Regen im Herbst, Kälte im Winter oder auch zu viel Sonne im Sommer – hin und wieder werde ihr die schwere Arbeit beim Versetzen der Grabsteine oder beim Fertigen der Grabanlagen sauer. Doch sei dann alles geschafft, das Grab schön und der Kunde zufrieden, sei sie es auch wieder. Sie weiß eben, was sie hat: „Andere sitzen den ganzen Tag am Fließband. Das stelle ich mir grausig vor.“

Heike Martin liebt ihren Mann und ihren neuen Job. Und deshalb stört es sie auch nichts besonders, dass sie mit Thomas zusammen lebt und auch noch den ganzen Tag zusammen arbeitet. „Wir haben uns immer viel zu erzählen“, versichert die 44-Jährige. Auch, wenn es oft – notgedrungen – nur über die Arbeit gehe. Manchmal müssten sie sich halt zwingen, mal über etwas anderes zu reden. Sicher würde es auch ab und zu krachen, aber: „dann geht‘s auch wieder“.

Und zur Ablenkung gehen die Martins gerne in Evingsen auf dem Löttringsen spazieren und fahren mindestens einmal im Jahr in den Urlaub. „Das muss sein, man muss sich mal erholen – geistig und körperlich“, sagt Heike Martin.

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