Hegener wehrt Gerüchte ab: jeden Cent bezahlt

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Franz Josef Hegener an seinem Arbeitsplatz im „Lennestein“: Eigentlich wollte der 61-Jährige nie Wirt werden.

ALTENA - Marita und Franz Josef Hegener sind zuversichtlich: Spätestens Ende Januar soll der Spuk vorbei sein, den ihnen ein Konflikt mit der Knappschaftskasse „Bahn See“ eingetragen hat.

An diese Knappschaft entrichtet das Wirteehepaar die Sozialabgaben der „Lennestein“-Beschäftigten, die unter die Geringverdiener-Grenze fallen. Und bei „Bahn See“ standen die Hegeners im Oktober mit 12,50 Euro in der Kreide – schwer vorstellbar, dass eine solche Summe ernste Konsequenzen nach sich zieht.

Und doch ist es passiert: Vorläufiges Insolvenzverfahren, ein Anwalt wacht über die Geschäfte. „Das ist schon eine verrückte Geschichte“, meint Franz Josef Hegener. Und er nutzt die Gelegenheit, einigen Gerüchten entgegen zu treten, die ihm zu Ohren gekommen sind: „Unsere Leute haben nie auf einen Cent verzichten müssen“, macht er deutlich, dass das Personal stets sein Geld bekommen hat. Aber ein Ende der vertrackten Angelegenheit sei in Sicht, sagt „Lennestein“-Chefin Marita Hegener: „Dann werden wir wieder alles in eigener Regie machen.“

Zu Silvester war schon wieder ordentlich Betrieb im Haus. Unten, im kleinen Saal wurde gefeiert, und im großen – oben – auch. Dort war Angelo della Fera zu Gast und sorgte für ordentlich Remmidemmi bis in den Morgen. Und der Terminkalender gibt auch für die folgenen Wochen und Monate einiges her: Am 6. Januar Schlagerkonzert mit dem Blasorchester Altena, am 7. ein Tanzturnier. Es folgen weitere Travestie-Shows und natürlich die nächste Spielzeit von „Auf Draht“. Dann dauert es nicht mehr lange, und der erste Kränzebinder-Abend steht vor der Tür. „Alle Veranstaltungen und das Schützenfest sind gesichert, betont Franz-Josef Hegener.

Seit 15 Jahren bewirtschaften die Hegeners jetzt den „Lennestein“. Franz Josef Hegener hat mal nachgerechnet und festgestellt: „Damit sind wir die Pächter, die in der Nachkriegszeit am längsten hier drin waren“. Manch ein betagter Stammkunde habe ihm das auch bestätigt.

Marita Hegener, 59, hat Lebensmittelverkäuferin gelernt, „in der Fleischerei von Tengelmann“, und war später in der Großküche der Dachdeckerschule Eslohe beschäftigt – damit war ihr der gastronomische Bereich nicht fremd. Für Franz Josef Hegener dagegen ist mit dem „Lennestein“ eigentlich alles anders gekommen, als er einmal geplant hatte. „Ich wollte nie Wirt werden“, sagt der 61-Jährige, der im Tapetengroßhandel gelernt und später im Baustoffhandel gearbeitet hat. Und er ergänzt: „Heute kann ich mir gar nichts anderes mehr vorstellen, als Wirt zu sein – aber einen kleinen Hau muss man schon haben.“ - tk

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