Experiment Schülerfirma hat begonnen

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Viele Bürger waren dabei, als sich die BGA-Schülerfirma gestern der Öffentlichkeit vorstellte.

ALTENA - Apfelgrüne Wände, Servietten mit Apfel-Logo auf den Stehtischchen, Info-Flyer mit knackiger Frucht als Blickfang und ein auf Hochglanz poliertes Firmenschild „ObSt-Büro – Oberstufenbüro“ an der Außenwand: Freitag, 2. November, endlich durften auch die Altenaer selbst einen Blick in die neuen Räume der Schülerfirma des Burggymnasiums, BGA, im ehemaligen Trippe-Schreibwaren-Geschäft an der Lennestraße 83 werfen.

„Das ist aber schön geworden!, lobte gleich nach dem Eintritt Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein. Er war nicht als Stadtoberhaupt gekommen, sondern in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Vereins für bürgerschaftliches Engagement, das den jungen Leute die Immobilie für ihre Geschäfte vermietet.

Voll wurde es am Freitag früh, so voll, dass viele, die einen ersten Blick riskieren wollten oder an einer der Hausführungen teilnahmen, bis auf die Lennestraße anstehen mussten.

Hollstein skizzierte in knappen Worten noch einmal den Werdegang der BGA-Schülerfirma für Dienstleistungen rund um Haus und Garten. Und er bezeichnete das Projekt „Jugend belebt Leerstand“, das vom Bund gefördert wird, als Experiment, das sicher gelingen werde. Herzlich dankte er dem Burggymnasium, seinen Schülern, aber auch zahlreichen Lehrern und Schulleiter Hans-Ulrich Holtkemper, „die von Anfang an mit Herzblut bei der Sache waren und sind.“

Er wünschte dem jungen BGA-Firmenteam „viel Glück“ und meinte auch: „Schule ist sicherlich die Hauptsache, keine Frage. Aber eine solche Nebensache mit Herz erledigt, ich glaube schon, das macht sich in jeder Bewerbungsmappe gut.“ An ObSt-Geschäftsführer Michael Schneider gewandet sagte er: „Wir glauben an Euch, an Eure Idee!“

Und der junge Mann und sein Team führten dann durch die umgestaltete Immobilie, berichteten von der Teamfindung und dem Lernen, dass alle Theorie grau und Praxis „ganz etwas anderes ist, als man so denkt.“ Damit spielte Schneider auch aufs Fensterputzen an, ein Service, den die jungen Leute als Dienstleistung anbieten. Kritisch zu sich selbst meinte er, das habe er sich nicht zugetraut, aber schließlich auch diese Hürde genommen. „Jetzt bringen wir Altenas Fenster zum Glänzen“, schloss er dieses Kapitel.

BGA-Schulleiter Hans-Ulrich Holtkemper dankte Ideengeber Dr. Andreas Hollstein, seinem Kollegen Lars Pautsch, Simone Schmidtke (Stadtinfobüro) und seinen Schülern. „Es interessieren sich heute sogar Mädchen und Jungen aller Stufen für das Projekt.“ Die neue BGA-Schülerfirma vernetze noch mehr Stadt und Schule. „Wir fühlen uns dem Handlungskonzept Altena 2025 sehr verbunden.“ An seine Schüler gewandt sagte er: „Ihr seid die Pioniere und ich glaube, selbst, wenn ihr unser Haus verlasst, wird man noch an euch denken.“

Übrigens: Die Kutsche der Fürstenfamilie zu Sayn-Wittgenstein steht im Fenster, „weil wir diese Quadratmeter-Fläche dem Kreis als Werbung für seine Museen und die Burg vermietet haben“, so Hollstein. „Diese finanzielle Beteiligung nimmt ein wenig den Anfangsdruck von den Schülern.“

Erste Geschäfte wurden am Freitag auch schon gemacht. Eine Seniorin hatte sich den Info-Flyer bereits gut durchgelesen. „Schnee fegen, da brauch’ ich euch, das kann mein Mann nicht mehr.“ Sagte es und hinterließ schon mal „Name, Adresse und Telefonnummer – ich mach das nämlich ganz bestimmt!“

Infos: http://www.obst-buero.de

Tel. 02352/548 75 57

von Johannes Bonnekoh

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