Haus 100 wird noch gebraucht

Die Schlichtwohnungen können jetzt noch nicht leer gezogen werden.

ALTENA ▪ Kommando zurück in Sachen „Haus 100“: Die städtischen Pläne, die Obdachlosenunterkunft am Hegenscheider Weg aufzugeben, haben sich vorerst zerschlagen. Das teilte auf Anfrage Klaus-Peter Trappe, der Chef des Ordnungsamtes, mit.

Von Thomas Bender

Erst im September hatte der Rat beschlossen, die wenigen verbliebenen Bewohner der Schlichtwohnungen in ein anderes Objekt umzusiedeln und den stark sanierungsbedürftigen Komplex abzubrechen. Begründet wurde das vor allem mit den hohen Kosten: 28 000 Euro pro Jahr kostet die Unterhaltung der Häuser.

Auf der Suche nach einer anderen Lösung war die Stadt mit einem privaten Investor ins Gespräch gekommen. Der plante den Ankauf eines Objektes, in dem die Obdachlosen hätten untergebracht werden können und war auch zu einer Zusammenarbeit mit der Stadt bereit. „Das hat sich jetzt aber zerschlagen“, teilte Trappe mit.

Deswegen müsse jetzt neu nachgedacht werden – vielleicht auch in die Richtung, einen Teil der Schlichtwohnungen doch noch zu erhalten. Das würde aber bedeuten, dass die Stadt investieren müsste. Trappe: „So, wie das jetzt da ist, geht es auf Dauer nicht“.

Kein Interesse an dieser Klientel habe die Altenaer Baugesellschaft, wusste der Leiter des Ordnungsamtes zu berichten. Der neue Baugesellschafts-Chef Joachim Effertz mag das so absolut nicht sagen: Man müsse, wenn die Stadt ein solches Problem habe, sicher „im Einzelfall sehr genau schauen, ob und wo wir da behilflich sein können“. Keinen Gefallen findet der Vorstand aber an der Vorstellung, die Bewohner der Schlichtwohnungen einfach ein paar Häuser – nämlich in eines der zum Abbruch bestimmten Häuser am Hegenscheider Weg – umziehen zu lassen: Die Abrisse seien im Einvernehmen mit der Stadt beschlossen worden und hätten auch das Ziel, diesen Bereich aufzuwerten.

Auch aus diesem Grund kann es sich Effertz kaum vorstellen, eins oder mehrere dieser Häuser zu verkaufen statt sie abreißen zu lassen. Grundsätzlich sei die Baugesellschaft zwar offen, was Hausverkäufe angehe, sagte er. Dabei müssten aber nicht nur Belange der Stadtentwicklung beachtet werden, sagte er: „Unter Wert verkaufen können wir auch nicht“. Hier trage das Unternehmen auch eine Verantwortung, die Baugesellschaft könne den ohnehin schwächelnden Immobilienmarkt in Altena nicht durch Dumpingpreise noch weiter unter Druck setzen.

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