„Badehose“ wieder unter dem Hammer

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Zeugen längst vergangener Tageheute wohnt niemand mehr „in der Badehose“. -

ALTENA -  Im edlen Hilton Cologne Hotel kommt in einer Woche eine Immobilie unter den Hammer, die schon bessere Tage gesehen hat – die so genannte „Badehose“ an der Lüdenscheider Straße. Das Haus nahe der Fritz Berg-Brücke heißt wegen seiner auffällig getreiften Backsteinfassade so.

Sieben Wohnungen, knapp 800 Quadratmeter Wohnfläche, großzügige und hohe Räume, das ein oder andere Erkerchen sogar: Das um 1885 erbaute Haus war einst für die besseren Leute gedacht. Inzwischen wohnt dort niemand mehr – kein Wunder angesichts des desolaten Zustands. „Das Objekt befindet sich in einem sanierungsbedürftigen Zustand“, umschreibt das eher freundlich der Katalog der Westdeutschen Grundstücksauktionen AG, die das Haus in ihrer Winterauktion anbietet. Besitzer sei „eine Privatperson“ – mehr möchte man dazu in der Kölner Firma nicht sagen.

Das Mindestgebot von 39000 Euro manifestiert, wie sehr der Wert des Hauses in den letzten zehn Jahren gesunken ist. In den neunziger Jahren kaufte ein Gelsenkirchener das Haus und wandelte es in Eigentumswohnungen um. Als die sich nicht verkaufen ließen, brach die Finanzierung zusammen. 2001 leitete die Gläubigerbank das erste Zwangsversteigerungsverfahren ein, damals wurde der Verkehrswert noch auf 725000 Mark festgelegt. Weder bei diesem Termin noch bei zwei weiteren in den Jahren 2006 und 2007 fanden sich Interessenten für das Haus.

Bei der Auktion am Donnerstag handelt es sich nicht um eine Zwangsversteigerung, sondern um eine Privatauktion. Die Baugesellschaft hat mit dieser Vermarktungsform gute Erfahrungen gemacht: Die Westdeutschen Grundstücksauktionen AG hat für sie schon mehrere Objekte an den Mann gebracht.

/www.wdga-ag.de

von Thomas Bender

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