Haus Pilling: Schmuckstück zu verkaufen

Franz Georg Brillert vor dem historischen Gasthaus in der Nette. Er will es aus Altersgründen verkaufen. -  Foto: Keim

Altena - Es gibt nicht viele Gaststätten, die sich rühmen können, ein Stück Geschichte zu sein. Das Haus Pilling in der Nette ist eines. Gegründet 1724, steuert die schmucke Traditionskneipe mittlerweile auf ihr 300-jähriges Bestehen zu. Noch zehn Jahre.

Offen ist, wer dann hinter dem Zapfhahn stehen wird. Franz-Georg Brillert, der das Haus seit 20 Jahren mit seiner Frau Renate führt, wird es nicht sein. „Ich bin 64 geworden“, sagt der Gastwirt, „da möchte ich es jetzt mal etwas ruhiger angehen lassen.“ Das tägliche Geschäft hinter dem Tresen und in der Küche mit langen Öffnungszeiten und ebenso langen Wochenenden und vielen Gesellschaften sei doch anstrengend geworden. Mittlerweile hat Brillert sonntags und montags geschlossen. Die Gastwirtschaft bietet er – auch über das Internet – zum Verkauf an. Er hofft einen Käufer zu finden, der dieser zweifellos besonderen Immobilie eine Zukunft gibt. Vielleicht, denkt Brillert laut nach, bilde sich ja auch ein Konsortium aus solventen Vertretern der heimischen Wirtschaft. Eines ist für Brillert sicher: „Ich werde nicht einfach zu machen.“ Das sei er den vielen Vereinen und Stammtischen schuldig, die teils seit Jahrzehnten in der Nette verkehren. Und es eile auch nicht mit dem Verkauf. „Ich habe ja noch etwas Zeit.“

286 Quadratmeter Nutzfläche hat das Haus in Bruchstein-Bauweise. Neben der absolut sehenswerten Gaststube mit einer uralten gusseisernen Säule in der Mitte und einer Inneneinrichung aus Mitte der 50er Jahre gibt es einen großen Saal im Obergeschoss und einen kleinen Saal im Parterre. Zwei Wohnungen gehören dazu und ein netter Biergarten, in dem es trotz der Nähe zur viel befahrenen Landstraße angenehm ruhig zugeht. -  von Thomas Keim

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