Sanierung innen und außen

Geschichtsträchtiges Haus verändert sich

Haus Köster-Emden alte Stadtgalerie Altena
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Das Haus Köster-Emden ist derzeit eingerüstet.

Ein geschichtsträchtiges Haus in Altena wird derzeit saniert. Von außen verändert es sein Gesicht, innen passiert Besonderes.

Altena – Markus Schulze arbeitet mit viel Gefühl und kleinen Steinchen. Der Restaurator im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk ist im Auftrag der Stadt dabei, den wunderschönen Terrazzo-Fußboden im Haus Köster-Emden an der Lennestraße zu sanieren.

Er arbeitet dabei mit alten Originaltechniken und Steinen, der er eigens in Mittel- und Norditalien beschafft hat. Etwa faustgroße Kalksteinbrocken zerkleinert Schulze mit einem Hammer und arbeitet mit den entstehenden Stückchen das prachtvolle Bodenmosaik auf. „Was wir hier haben“, sagt Schulze „ist wirklich etwas Besonderes.“

Fingerspitzengefühl und Geduld gefragt

Eingebettet sind die Mosaikstückchen in eine dicke Paste aus Kalkhydrat, die lange trocknen muss. Man könne die Steinchen nicht einfach einschlämmen. „Das muss von Hand regelrecht einmassiert werden“, erklärt Schulze seine Arbeitsweise. Ein wenig stehen sie zunächst aus dem vorgesehenen Bodenniveau heraus und müssen später noch abgeschliffen werden.

Markus Schulze restauriert den Terrazzoboden im Haus Köster-Emden.

Auch das verlangt Fingerspitzengefühl und Geduld. „Wir können nur mit kleinen Maschinen arbeiten“, erklärt der Restaurator. Sehr interessant ist eine Beobachtung, die Markus Schulze bei seiner Arbeit an der Lennestraße gemacht hat. Es ist noch nicht lange her, da hat Schulze den Boden eines Hauses in Velbert auf die gleiche Weise saniert.

Bis Weihnachten noch gut zu tun

Das handwerkliche Vorgehen gleicht sich sehr, weshalb der Restaurator sich nahezu sicher ist: „Das waren die gleichen Hände, die auch diesen Boden gemacht haben.“ Schulze weiß: „Italienische Familien, die das Wissen um die Anlage von Terrazzo-Böden hatten, sind damals auch international unterwegs gewesen und galten als gefragte Spezialisten ihres Fachs.“

Da versteht es sich von selbst, dass auch die Sanierung eines solchen Bodens Sache eines Experten ist – und zeitaufwendig dazu: „Bis Weihnachten werden hier wohl noch zu tun haben“, schätzt Markus Schulze. Es sind Fehlstellen zu ergänzen und Risse zu schließen, außerdem muss man gegen Salzausblühungen vorgehen, die der Substanz schaden.

Haus erinnert an großen Namen

Zum Haus Köster-Emden: Es dürfte im Jahr 1707 gebaut worden sein. 1755 ging es in den Besitz von Reidemeister Carl Wilhelm Selkinghaus über. Vorbesitzer scheint eine Beamtenfamilie Wortmann gewesen zu sein. 1884 wurde das Gebäude an Carl Gustav Klincke verkauft.

Den Namen Haus Köster-Emden erhielt die Immobilie durch den letzten privaten Besitzer, Paul Köster, Schwiegersohn von Klincke. Er gehörte im Ersten Weltkrieg zur Besatzung des Kreuzers Emden und durfte nach dessen Versenkung den Namen als vererbbaren Beinamen führen.

Denkmalschutz am Werk

Die Stadt Altena kaufte das Gebäude 1975. Es beherbergte bis 2014 die Stadtgalerie. Stadtgalerie steht auch noch auf der Fassade, die jetzt eingerüstet ist. Das Gebäude soll nämlich auch einen neuen Anstrich erhalten.

Bevor diese Arbeiten beginnen, wird sich eine Restauratorin des Denkmalamtes das Gebäude ansehen und versuchen herauszufinden, wie das Haus einmal gestrichen war. Dazu eignen sich unzugängliche Stellen. Denkmalschutzbeauftragter Jürgen Wagner hat Fotos gefunden, die das Haus um 1910 und um 1940 zeigen. Auf der frühen Aufnahme wirkt die Fassade recht hell, 30 Jahre später dann aber deutlich dunkler.

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