Hauptschuleltern verärgert

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Willi Beckmerhagen (rechts) stellte sich gestern am Rande einer Veranstaltung in der Hauptschule der Diskussion mit verärgerten Eltern. ▪

ALTENA ▪ Heftige Kritik musste sich Fachbereichsleiter Willi Beckmerhagen am Freitag bei der Einweihung des Berufsorientierungsbüros an der Hauptschule Rahmede anhören.

Elternvertreter wie Frank Kopatz kritisierten weniger den Beschluss, die Hauptschule auslaufen zu lassen – er habe Verständnis dafür, dass die Kommunen auf sinkende Schülerzahlen reagieren müssten, sagte Kopatz. Nicht nachvollziehen könne er aber, dass die Stadt die Schule komplett aufgeben wolle. Sie sei in einem deutlich besseren Zustand als das Nachrodter Gebäude, sagte er und verwies auf hohe Investitionen in den vergangenen Jahren. Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Stadt erst in diesem Sommer 50 000 Euro für die Optimierung des Chemieraums ausgegeben habe und jetzt die Schließung der Schule verkünde – „das ist ja Schilda“.

Auch Schulleiterin Helma Leidag wies auf den hervorragenden Zustand der Schule hin und bedauerte vor diesem Hintergrund den Schließungsbeschluss. Dass die Hauptschule ausläuft und durch eine Sekundarschule ersetzt werden soll, sieht die Pädagogin pragmatisch – „das war eine Abstimmung mit den Füßen“, die Schulform sei von den Eltern einfach nicht mehr akzeptiert worden. Wichtig sei ihr, dass an der Hauptschule Rahmede entwickelte Konzepte wie etwa das zur Begleitung bei der Berufswahl auf die Sekundarschule übertragen würden. Dafürf konnte sie werben: Die Verwaltungen von Nachrodt und Altena setzten sich mit den drei betroffenen Schulleitern zusammen, um sich mit der Konzeption der neuen Schule zu befassen.

Ausdrücklich gelobt wird die Entscheidung zur Gründung der interkommunalen Schule von den Wirtschaftsjunioren: „Wir brauchen nicht nur Gymnasiasten“, sagte deren Sprecher Melchior Ossenberg-Engels. Die heimische Industrie sei zwingend darauf angewiesen, dass es am Ort auch Bildungsangebote gebe, die auf eine Tätigkeit im gewerblichen Bereich vorbereiten. Der Hauptschule Rahmede zollte er höchsten Respekt: „Hier wird wirklich tolle Arbeit geleistet“. Es lohne sich, vieles davon zu bewahren. ▪ ben.-

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