Hauptschule Rahmede schafft Klassenräume ab

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Die Zehntklässlerinnen Dilara Firat (l.) und Ann-Christin Radke vor den neuen Schülerboxen.

ALTENA - Die Hauptschule Rahmede geht neue Wege. Kurz nach der Sommerpause wurde abgeschafft, dass die 260 Schulkinder eigene Klassenzimmer haben und nur die Lehrer für den Unterricht ständig den Raum wechseln müssen. Das Gegenteil ist jetzt hier der Fall.

„Jeder unserer Lehrer hat einen eigenen, festen Klassenraum“, erläutert Martina Krickmeyer das neue Konzept. „So kann sich jeder sein Raum-Lernumfeld so einrichten, wie er will. Es entfällt, immer Dinge mit sich herumzutragen oder über die Flure zu schleppen und zu hasten.“

Ganz wesentlicher Vorteil der Neuerung sei aber, dass die so genannte Vermüllung in den Klassenräumen massiv zurück gegangen sei. „Sie tendiert gegen Null.“ Auch die üblichen Kabbeleien zwischen den Jungen und Mädchen, die die Hauptschule in elf Klassen besuchen, sind massiv zurück gegangen. „Es gibt im Grunde immer eine Aufsicht“, sagt Martina Krick-meyer. Zum neuen Raum-Organisationskonzept gehört jetzt, dass in der Eingangshalle täglich die Raumpläne mit den Lehrern aushängen. Darauf müssen die Schüler selbst ein Auge halten, damit sie pünktlich zum richtigen Lehrer in das richtige Klassenzimmer kommen. „Das klappt gut, bei den Fünfer-Jahrgängen helfen wir zunächst noch einmal massiv“, sagt Schulleiterin Helma Leidag. Das fordere zum einen die Kinder, aber auch das Kollegium. Denn so muss jeder Schultag bereits am Vortag durchgeplant werden.

Im Rahmen einer Umfrage, die vom Team der Schülerzeitung unter Leitung von Pädagogin Martina Krickmeyer umgesetzt wurde, kam das Pilotprojekt jetzt auf den Prüfstand. Das Ergebnis ist eindeutig: Alle 19 Lehrkräfte möchten die neue Praxis fortführen und auch unter den Schülern „gab es eine überwältigende Mehrheit für die Neuregelung“, bestätigten die Zehntklässlerinnen Dilara Firat und Ann-Christin Radke.

Einher mit der Idee der Lehrer-Klassenzimmer ging die Anschaffung von Aufbewahrungsboxen für Unterrichtsmaterial und Bücher für alle Kinder. Die müssen jetzt die Schließfächer, die auf den Fluren stehen, gegen Gebühr anmieten. Zu nutzte machte sich die Hauptschule die guten Erfahrungen, die die Realschule mit diesem System bereits gemacht hat. Helma Leidag dankte gestern ausdrücklich für die gute Unterstützung in der Einführungsphase. Auch in der Elternschaft findet das neue Modell starken Rückhalt. Denn natürlich musste die Schulkonferenz zu diesen Plänen gehört werden. Für Konrektorin Ulrike Busse gibt es noch einen gravierenden Vorteil: „Die Kollegen können in Freistunden in ihrem eigenem Raum arbeiten, was sich sehr bewährt hat.“

von Johannes Bonnekoh

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