Handyverbot gilt bereits an allen Schulen

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Allenfalls fürs Zeitungsbild erlaubt: Für Schüler gilt auch am Burggymnasium ein absolutes Handyverbot.

Altena - Ein Siegener Gymnasium plant die Einführung eines Handyverbots auf dem Schulgelände. Das meldeten Dienstag die Nachrichten – und sorgten damit bei Schülern, Lehrern und Eltern in Altena für großes Staunen. An sämtlichen Schulen der Burgstadt ist die Benutzung von Handys schon seit geraumer Zeit tabu.

Dass Schüler Handys oder Smartphones mit zur Schule bringen, wird durch die Bank akzeptiert – „das zu verbieten wäre weltfremd“, meint Helma Leidag von der Hauptschule und weist darauf hin, dass es ja auch wichtig sein könne, dass ihre Schützlinge beispielsweise bei Problemen bei der Busfahrt Kontakt zu ihren Eltern aufnehmen können.

Sobald das Schulgelände erreicht ist, hat das Handy aber aus zu sein. Das ist nicht nur in der Hauptschule so: Entsprechende Bestimmungen finden sich in den Schul- beziehungsweise Hausordnungen aller weiterführenden Schulen der Stadt. Das Burggymnasium zum Beispiel führte eine entsprechende Regelung schon 2009 ein. Entscheidend war letztlich, „dass ein Telefonieren oder Simsen in den großen Pausen nicht zwanghaft nötig ist“, heißt es in dem Beschluss der Schulkonferenz.

In der Sekundarschule war das Thema Handys bei der letzten Schulkonferenz wieder einmal Thema – einstimmig sei das bestehende Verbot bekräftigt worden, berichtet Schulleiterin Anne Rohde und erinnert an ein wichtiges Prinzip des Schulprogramms: „Wir lernen mit Kopf, Herz und Hand“ – dazu gehöre auch, dass die Schüler miteinander ins Gespräch kämen, auch in den Pausen. Deshalb sind neben Handys auch MP3-Player verboten.

Die Realschule verweist darauf, dass es auch aus Sicherheitsgründen wichtig ist, dass die Schüler ihre Umgebung uneingeschränkt wahrnehmen. Deshalb ist das Musik hören über Kopfhörer sogar vor dem Schulhof verboten – an den Bushaltestellen an der stark befahrenen Nettestraße sei die volle Aufmerksamkeit der Schüler gefordert, heißt es zur Begründung in der Schulordnung. So weit mag wiederum die Hauptschule nicht gehen: In der Mittagspause darf dort das Handy zum Musikhören und auch zum Telefonieren genutzt werden. Angesichts des Ganztagsbetriebs spreche nichts dagegen, wenn Schüler sich in dieser Pause mit Musik entspannen, meint Helma Leidag. Telefonate seien dann in Ordnung, um beispielsweise Freizeitaktivitäten zu organisieren. Strikt verboten sind auf dem Schulgelände hingegen Film- und Videoaufnahmen: So soll vermieden werden, dass Schüler sich gegen ihren Willen bei Facebook oder in anderen sozialen Netzwerken wiederfinden.

Leidag berichtete auch, dass die Schüler sich viele Gedanken darüber machen, wie die Handy-Regeln eingehalten werden können. Auf ihre Initiative gehe es zurück, dass in vielen Klassenräumen inzwischen eine Box auf dem Pult stehe, in die Schüler ihre Geräte vor Beginn der Stunde legen können. „Das funktioniert hervorragend“, sagt sie. Auch am Gymnasium haben die Schüler das Handyverbot vereinerlicht, wie sich gestern während des Fotoshootings auf dem Fünferschulhof zeigte: Gleich mehrfach wurden die AK-Mitarbeiter darauf hingewiesen, dass das Mobiltelefon auf dem Schulgelände in der Tasche zu bleiben hat.

Selbst an den Grundschulen ist das Thema inzwischen aktuell: Natürlich verfüge ein Teil seiner Schüler über Handys oder sogar Smartphones, sagte Wolfgang Wilbers gestern. Benutzt werden dürfen sie nicht, weder zum Telefonieren noch zum Spielen – „das haben wir rigoros abgestellt“, betont der Leiter der Mühlendorfschule und weist darauf hin, dass die Schule auch keinerlei Haftung für die Geräte übernimmt.

Keine Regel ohne Ausnahme: In wirklich begründeten Fällen gestatten Lehrer der Schulen den Gebrauch derHandys. Als zum Beispiel neulich an der Sekundarschule wegen einer Sturmwarnung der Unterricht außerplanmäßig endete, durften die Schüler ihre Eltern selbstverständlich auch per Handy informieren. „Und wenn ein Schüler beispielsweise erreichbar sein möchte, weil der Vater gerade operiert wird, dann machen wir das natürlich auch möglich“, betont Hauptschulleiterin Leidag.

Von Thomas Bender

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