Am Kohlhagener Weg

Halteverbot:  Regeln und Knöllchen sorgen für Ärger

+
Halteverbot am Kohlhagener Weg: Seit über vier Monaten dürfen die Anwohner nur zum Be- und Entladen zu ihren Häusern fahren. Dabei gibt's genügend Platz für Rettungsfahrzeuge.

Altena - Die Anwohner des Kohlhagener Wegs sind sauer: Sie dürfen nicht mehr vor der Haustür parken. Die Gründe können sie nicht nachvollziehen.

Die Drehleiter der Feuerwehr muss durchpassen, immer und überall. Das wissen natürlich auch die Anlieger des Kohlhagener Wegs und versuchen, dementsprechend zu parken – was auf der schmalen Straße zwischen Nettetal und B236 allerdings nicht immer ganz einfach ist. 

Aber irgendwie klappte es in der Vergangenheit meistens doch. Schon deshalb waren viele verwundert, als die Verlegung einer neuen Gasleitung auf der Werdohler Straße im April dazu führte, dass für den gesamten Kohlhagener Weg ein eingeschränktes Halteverbot angeordnet wurde. 

Nette-Baustelle spitzt Problem zu

Das sei notwendig, weil die Straße wegen der Vollsperrung der Bundesstraße nunmehr der einzige Rettungsweg auch für das Buchholz sei, argumentierte das Ordnungsamt. Seitdem dürfen die Anwohner nur noch zum Be- und Entladen zu ihren Häusern fahren. 

Parken müssen sie woanders – zum Beispiel irgendwo in der Nette, wo es aberwegen der Fahrbahnsanierung vor der Firma Nedschroef ebenfalls vor Halteverbotszeichen nur so wimmelt. 

Gerade in den letzten Tagen spitzte sich die Situation zu: Ausgesprochen viele Knöllchen würden im Moment am Kohlhagener Weg verteilt, beschweren sich die Betroffenen in sozialen Netzwerken. Auch nachts werde von der Polizei kontrolliert, obwohl das anders abgesprochen sei. 

Feuerwehr muss nachts nicht über den Kohlhagener Weg

Tatsächlich ruht die Gasleitungsbaustelle zwischen 18 und 8 Uhr, der Verkehr auf der Werdohler Straße darf dann fließen und wird per Ampel geregelt – und die hat eine Vorrangschaltung für die Feuerwehr. Der Rettungsweg über den Kohlhagener Weg verliert damit nachts spürbar an Bedeutung. 

Auch nachts kommt die Polizei – und das, obwohl die Durchfahrt an der Werdohler Straße dann möglich ist.

Es gebe keine schwerpunktmäßigen Kontrollen am Kohlhagener Weg. Das betont Markus Nowak, der Leiter der Altenaer Polizeiwache. Dort werde ebenso Streife gefahren wie auf allen anderen Straße auch, und bei Verkehrsverstößen schreite die Polizei natürlich ein. 

Von einer Absprache, dass nachts geparkt werden dürfe, wisse er nichts, sagte Nowak. „Und eine Absprache ist auch keine rechtsverbindliche Regelung“. 

Zehn Anrufe pro Tag im Ordnungsamt

Im Ordnungsamt weiß man um die Problematik: „Bestimmt zehn Anrufe pro Tag“ erhalte er vom Kohlhagener Weg, berichtete gestern Stefan Wille, der sich die Sache jetzt noch einmal anschauen will. „Wir wollen versuchen, eine für die Anwohner akzeptable Lösung hinzubekommen“, versprach er. 

„Ganzheitlich“ seien die Kontrollen, die die Polizei am Kohlhagener Weg durchführe, sagte Nowak und meint damit, dass seine Kollegen auch ein Auge auf den fließenden Verkehr haben. 

Anliegerweg wird zur Raserstrecke

Die Anwohner beklagen nämlich auch, dass die als reine Anliegerstraße ausgewiesene Strecke als Umfahrung der Baustelle im Lennetal genutzt werde und deshalb vor ihrer Haustür viel mehr Verkehr fließe als sonst. 

Weil durch das Parkverbot sozusagen freie Fahrt herrscht, werde dort auch deutlich schneller gefahren als sonst. Sie sei schon mehrfach fast umgefahren worden, schreibt eine Betroffene.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare