Hallenfrage lässt Mitglieder des RTV eher kalt

ALTENA ▪ Seitdem klar ist, dass die Stadt die Turnhalle zum Hohle aufgibt, plagen den Rahmeder Turnverein Sorgen. Wo sollen dessen Sportler hin? Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es? Sind Kooperationen oder gar ein Kauf möglich?

Im Grunde brisante Fragen abseits des Vorstandes scheint das aber nur wenige Vereinsmitglieder zu interessieren. Neben acht Vorstands- kamen am Freitag nur acht „normale“ Mitglieder zu der Versammlung, auf der das Thema diskutiert und Entscheidungen getroffen werden sollten.

Am Ende beschloss die Versammlung einstimmig, die Halle Zum Hohle unter Zahlung der Betriebskosten bis zu ihrem Verkauf weiter zu nutzen. Parallel sollen allerdings Gespräche mit der Stadt und anderen Vereinen geführt werden.

Als „nicht akzeptabel“ bezeichnete der Vorsitzende Karl-Heinz Thurm den Vorschlag der Stadt, auf die Hallen der Realschule Nette und die alte Halle des Burggymnasiums auszuweichen. Die Belegungszeiten lägen teilweise weit außerhalb der für einen Sportverein üblichen Zeiten. Besonders ärgerlich für den Vorstand: „Diese Alternativen wurden bereits im Mai im Sportausschuss vorgestellt, wobei keine vorherige Absprache mit uns erfolgte. Erst auf Nachfrage wurden wir darüber in Kenntnis gesetzt“, erklärte Ralf Ziomkowski, Sprecher der Arbeitsgruppe Turnhalle.

Des Weiteren fühle man sich von der Stadt allein gelassen, denn der Bürgermeister hätte den Rahmedern eine Prüfung der Halle Mühlenrahmede zugesagt. Dies sei bisher nicht geschehen. „Wir haben daraufhin selbst die Initiative ergriffen und erste Gespräche aufgenommen. Bisher allerdings ohne Ergebnis“, so Thurm über den aktuellen Stand. Außerdem wies der Vorsitzende auf eine Aussage des Bürgermeisters hin, in der er betont habe, dass ein Verein, der eine Halle verliere, er so zu behandeln sei, wie jeder alt eingesessene Verein und nicht wie ein neuer. „Fakt ist, für uns kommt nur die Halle in der Mühlenrahmede in Frage“, formulierte Thurm klar die Ziele. Alles andere führe zur Umorientierung der Mitglieder. Die Nette gehöre nicht zum Einzugsgebiet. „Wir sind ein Traditionsverein, ich möchte diesen Verein solange wie möglich erhalten und das geht nur hier in der Rahmede.“

Allerdings gäbe es auch eine positive Entwicklung zu vermelden: „Die Stadt hat uns einen akzeptablen Mietvertrag für die Halle vorgelegt, von dem beide Seiten profitieren. Da steckt jede Menge guter Wille drin“, lobte Thurm. Der RTV kann die Halle gegen eine monatliche Pauschale, die den Betriebskosten entspricht, anmieten. Die Alternativen Kauf oder Pacht seien für den Verein nicht zu finanzieren. Somit biete dieses Modell zumindest eine gewisse Planungssicherheit. An einen schnellen Verkauf der Halle glaubte auf der Mitgliederversammlung niemand. „Wir sollten nicht den Kopf in den Sand stecken und froh sein über die Zeit, die wir die Halle noch nutzen können. Parallel sollten wir allerdings einen Plan B entwickeln“, erklärte der Vorsitzende.

Auch das Thema Nutzungsgebühren kam nochmals zur Sprache. „Sicherlich sind wir forsch vorgegangen, aber wir sind der erste Verein, den es getroffen hat. Für die Zukunft bedarf es solcher Modelle. Wer weiß, wie lange die Stadt die Hallen noch unterhalten kann“, warnte Ziomkowski vor falscher Sicherheit. „Spricht der Stadtsportverband von Renovierungen, die Anzeichen dafür seien, dass eine Halle nicht geschlossen werde, dann kann ich nur sagen: Unsere Halle hat in den vergangenen Jahren einige Renovierungsarbeiten erhalten. Es ist kein haltbares Argument, wenn man sich der neuen wirtschaftlichen und politischen Situation verschließt“, so Bernhard Vormann, zweiter Vorsitzender. „Uns geht es nicht um die Gebühren, sondern um Bestandssicherung“, fügte Ziomkowski hinzu. In diesem Zuge beklagte er auch die mangelnde Solidarität anderer städtischer Sportvereine. Lediglich der TuS Mühlenrahmede sei zu Gesprächen bereit gewesen. ▪ lm

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