Bahnhofstraße: Hainbuchen verdunkeln Wohnungen

+
Juliane van Dinter empfindet die Hainbuchen vor ihrer Wohnung als großes Ärgernis. Im Wohnzimmer und in der Küche ist ihr der Blick aus dem Fenster versperrt. ▪

ALTENA ▪ Den Verkehrslärm auf der Bahnhofstraße kann man am Fenster von Sabine Urban sehr gut hören – nur sehen kann man nichts. „Eigentlich waren uns kleinere Bäume versprochen worden“, so die Anwohnerin, die bereits im Spätsommer immer nachmittags das Licht in ihrem Wohnzimmer anmachen muss. Vor ihrem Haus steht eine Hainbuche, die nach ihrer Aussage seit Jahren nicht mehr beschnitten worden ist.

Neben Sabine Urban sind weitere Anwohner der Bahnhofstraße sauer über die hohen Bäume vor ihren Fenstern. So auch Juliane van Dinter. Die 92-Jährige kann ihre Wohnung gegenüber der Tankstelle altersbedingt kaum noch verlassen. „Da wird man stumpfsinnig“, sagt die alte Dame beim Blick aus ihrem Küchenfenster direkt in die Krone des Baumes davor. Auch Nachbarin Viktoria Schneider (86) kann nicht verstehen, warum der Bauhof die etwas mehr als zehn Jahre alten Bäume nicht zurückschneidet. „Das ist eine Zumutung“, sagt sie. Alle gemeinsam hätten sich schon mehrfach beschwert – beim Hausbesitzer und der Stadt.

Volker Richter vom Baubetriebshof sind vereinzelte Beschwerden bekannt. „Nur jetzt können wir nichts tun. Erst im Herbst könnten wir aktiv werden“, so Richter. Das ist auch den Anwohnern der Bahnhofstraße klar. Richter sagt aber auch: „Wir können die Bäume nicht jedes Jahr beschneiden.“

Bevor Anfang der 2000er-Jahre die Hainbuchen ihren Platz an der Bahnhofstraße fanden, standen dort Platanen. „Die gehörten da einfach nicht hin“, weiß auch Bürgermeister Andreas Hollstein. Ihm waren am Donnerstag keine aktuellen Beschwerden bekannt. „Wir haben dann damals extra langsam wachsende Pflanzen ausgesucht, die schlank wachsen sollten“, weiß Hollstein allerdings zu berichten.

Schlank sind die Bäume augenscheinlich nicht gewachsen. Bei Juliane van Dinter versperren sie den kompletten Blick aus Wohnzimmer- und Küchenfenster. „Die Sonne kommt da bestimmt seit drei Jahren nicht mehr drüber“, so van Dinter.

Ihre Nachbarin Sabine Urban weist daraufhin, dass alle Anwohner auch nicht auf Licht von der Hangseite hoffen können. „Da ist ja alles bewaldet.“ Aus ihrer Sicht müssten die Bäume alle zwei Jahre beschnitten werden. „Damit könnten wir ja leben“, so Urban.

Volker Richter sagte auf AK-Nachfrage zumindest zu, dass man sich die Situation im Herbst nochmal genauer anschauen werde. „Nach Bedarf können wir dann etwas ändern.“ ▪ David Schröder

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare