Aufregung in Altena

Pornos statt Informationen auf der Stadt-Bildbox

Altena - Schock für eine Familie beim Sonntagsausflug in Altena: Am Parkplatz Langer Kamp war auf der erst kürzlich installierten neuen Stadt-Info-Box ein harter Pornofilm zu sehen. Hacker hatten das System geknackt - zum wiederholten Mal. 

Als der 52-jährige Dietmar Stanschus am Sonntag mit seiner Familie Richtung Lenneufer unterwegs war, stutzte er kurz. Am Parkplatz Langer Kamp lief auf der erst kürzlich installierten elektronischen Stadt-Info-Box statt vieler bunter Altenaer-Bilder und Informationen ein harter Porno.

Damit nicht genug: Offen und für jeden frei zugänglich flimmerte kinderpornografisches Material übelster Sorte über den Bildschirm. „Ich bin entsetzt“, sagte der Familienvater, der bei der vergangenen Kommunalwahl für die Partei „Die Linke“ für den Rat kandidierte.

Unsere Zeitung traf beim Gang zum Parkplatz Polizeihauptkommissar Lothar Haßenpflug. Der, auf die Meldung angesprochen, reagierte sofort, fuhr zum Parkplatz und informierte umgehend auch das Ordnungsamt. Das Problem sei aber kein Einzelfall, räumte Haßenpflug ein. „Es ist bereits vorgekommen, das ein Hacker in das kürzlich in Betrieb genommen System eingedrungen ist.“

Stadtkämmerer bestätigt Probleme mit neuen System

Stadtkämmerer Stefan Kemper, der als Rathaus-Spitzenbeamter am Sonntag Dienst hatte, wurde umgehend informiert und eilte zum Ort des Geschehens. Auch er bestätigte unserer Zeitung, dass es bereits „Hacker-Probleme“ mit diesem Info-System gegeben habe.

Die Fachfirma, die für die Stadt das Info-Portal installierte, habe aber nach dem ersten Vorfall reagiert und der Stadt versichert, dass es nicht vorkommen könne, sich erneut in das System von außen einzuklinken. Offenbar ein Trugschluss.

Schmuddelbilder auf Benutzer-Oberfläche

Sowohl Haßenpflug als auch Kemper sorgten mit einem weiteren Kollegen vom Ordnungsamt dafür, dass die Pornobilder nicht mehr zugänglich waren. Der Info-Automat ist normalerweise durch Antippen zu bedienen – als Haßenpflug und Kemper vor Ort waren, hatten mögliche Nutzer den Porno-Link sogar noch auf der Benutzer-Oberfläche abgelegt. Ein leichtes Berühren genügte, und die Schmuddelbilder tauchten wieder auf.

Natürlich wurde eine Anzeige gefertigt und die Polizei wird sich auch weiter mit dem Vorfall beschäftigen. Es wurde nicht nur alles fotografiert, auch vorhandene Spuren auf dem Bildschirm und am Gerät wurden gesichert. Dietmar Stanschus: „Das ist und bleibt eine absolute Sauerei.“

Rubriklistenbild: © Bonnekoh

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