Polizist: "Die sind Berufsalkoholiker"

Renitentes Pärchen im Obdachlosenheim: Mit der Axt gegen Polizeibeamte

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Immer wieder mussten Polizeibeamten gegen das Paar einschreiten.

Altena - Gründlich ausnüchtern soll sich ein 59-jähriger Altenaer im Gefängnis. Richter Dirk Reckschmidt verurteilte den alkoholisierten Randalierer zu einer Haftstrafe von neun Monaten - ohne Bewährung. „Wir waren jede Woche vier Mal da", schätzte ein Polizeibeamter, der mit Kollegen immer wieder ins Obdachlosenwohnheim am Hegenscheider Weg gefahren war.

„Ich bin seit vier Jahren in Altena, und seit vier Jahren habe ich mit ihm zu tun", fasste er eine unerfreuliche Geschichte zusammen. Roter Faden der Einsätze: das Saufen. 

„Angetrunken sind sie beinahe immer. Die sind Berufsalkoholiker!" Der Plural in der Formulierung kam durch die mitangeklagte Verlobte des 59-Jährigen zustande, die sich ebenfalls im Amtsgericht verantworten musste. Grund waren zwei Vorkommnisse im April und Mai dieses Jahres: Beide Male überkübelte der Angeklagte die Beamten mit dem „üblichen Jargon bei solchen Einsätzen", wie es einer der Zeugen formulierte - einem Haufen anal- und sexualdenunziatorischer Beleidigungen also.

Üble Beschimpfungen

Am 30. Mai stritt sich das Pärchen so ausdauernd, dass bis zu vier Polizeibeamte gleich zweimal - um Mitternacht und eine Stunde später - zur Zieladresse fuhren. Dort trafen sie den 59-Jährigen mit einer Axt in der Hand an, weshalb sie ihn mit gezogenen Dienstwaffen aufforderten, das Werkzeug fallen zu lassen. 

Neben den Beleidigungen gab es niveaulose Bedrohungen: „Wir sehen uns wieder, und dann reiße ich euch den Kopf ab!" Versuchte Kopfstöße im Polizeiauto gegen einen der Beamten führten letztlich auch noch zu einer Verurteilung wegen eines tätlichen Angriffs.

Beamte angegriffen

Der Angeklagte wollte von all dem nichts wissen: Nein, er sei nicht betrunken gewesen, behauptete er und stritt alles ab: „100-prozentig nicht!" Die Polizei habe er selbst gerufen, weil seine Verlobte mit der lautstarken Randale nicht aufgehört habe. Die Axt habe er lediglich in der Hand gehabt, weil er ihre Klinge an einer Tür als Keil gebraucht habe. 

Empört zeigte er sich über die Drohung mit der Waffe, nach der er die Axt sofort fallengelassen hatte: „Die haben mir gleich die Knarre vor den Kopf gehalten."

Knarre an Kopf gehalten

Seine Verlobte konnte oder wollte sich ebenfalls nicht so recht an die Ereignisse erinnern. Sie entschuldigte sich aber vorsorglich für das, was sie nur vielleicht gemacht haben wollte: „Wenn ich die Beleidigungen gesagt haben sollte, habe ich mich entschuldigt." Letztlich kam sie - trotz 16 Eintragungen im Bundeszentralregister der Straftaten - mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 15 Euro davon.

Keine Einsicht

Stattliche 39 Eintragungen aus den Jahren zwischen 1977 und 2016 waren es bei ihrem Verlobten. Zusätzlich brachte er noch eine dreimonatige Bewährungsstrafe mit. Er zeige keinerlei Einsicht und wenig Reue, stellte der Staatsanwalt fest und beantragte die letztlich auch verhängten neun Monate „ohne".

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