Hof Bredde kommt unter den Hammer

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Riesengroß ist die Villa Breddermann, die recht versteckt mitten im Gewerbepark Rosmart liegt. Sie bietet rund 1000 Quadratmeter Nutzfläche und hat mehrere Nebengebäude. 

Altena - Wer Platz braucht, ist dort gut aufgehoben: Der Hof Bredde bietet eine Grundfläche von über 1600 Quadratmetern, das Grundstück ist mit 37000 Quadratmetern so groß wie fünf Fußballfelder. Am 23. Februar kommt all das im Amtsgericht Altena unter den Hammer.

Das Anwesen stammt aus der Mitte der 1960er Jahre, Bauherr war der in der Bauwirtschaft und mit Autohäusern zu Geld gekommene Unternehmer Breddermann. Etwa 40 Jahre später kaufte die Märkische Gewerbepark Rosmart GmbH den Erben des inzwischen verstorbenen Mannes die Villa samt 33 Hektar Land ab, um den Gewerbepark Rosmart realisieren zu können.

Eine Zeitlang war nicht ganz klar, was aus der Immobilie werden würde, es war sogar von Abriss die Rede. Dann kam Lutz Bernsau: Der in Altena aufgewachsene Künstler, Grafiker und Inhaber einer Werbeagentur kaufte die Immobilie zu einem nicht genannten Preis und baute um: Unterm Dach fand auf etwa 250 Quadratmetern seine Werbeagentur Bernsau Art-Partner mit bis zu 20 Mitarbeitern Platz, im Erdgeschoss richtete sich der heute 63-jährige Künstler ein knapp 100 Quadratmeter großes Atelier ein – übrig blieben fast 500 Quadratmeter zum Wohnen, ein Schwimmbad und allerlei Nebenräume mehr – darunter ein Hühnerstall, der mit 54 Quadratmetern so groß ist wie eine durchschnittliche Baugesellschaftswohnung.

2013 musste Bernsaus Werbeagentur Insolvenz anmelden. Damit fielen Mieteinnahmen weg, die Immobilie war nicht zu halten. Sie stand lange zum Verkauf, 800000 Euro sollte sie kosten. Jetzt folgt die Zwangsversteigerung.

Wie in solchen Fällen üblich hat ein Gutachter den Hof Bredde unter die Lupe genommen. Der Diplom-Ingenieur Peter Rothstein kommt auf einen Verkehrswert von über einer Million Euro. Er sah sich die Immobilie zweimal gründlich an und fand auch „Mängel, Schäden und Unterhaltungsstau“: Sechs der insgesamt zehn Garagen weisen ebenso Feuchtigkeitsschäden auf wie der Keller, das Hausanschlussgebäude und ein Balkon, Holzfenster sind marode und auch an den 60000 Litern fassenden Öltanks für die Heizung hat der Gutachten Mängel entdeckt. Er nimmt an, dass die zum Substanzerhalt erforderlichen Reparaturen 50 000 Euro kosten werden.

Deutlich tiefer in die Tasche greifen muss, wer die Villa auf den neuesten Stand bringen möchte. „Im Bereich Energieverbrauch besteht Modernisierungsbedarf“, schreibt der Gutachter. Auch seien die Haus- und die Schwimmbadtechnik teilweise überaltert und die Grundrisse entsprächen hinsichtlich der Raumanordnung nicht mehr heutigen Anforderungen. Wer sich trotzdem für das Anwesen interessiert: Beim ersten Versteigerungstermin gilt die sieben Zehntel-Regelung. Das bedeutet, dass man mindestens 754600 Euro für die Immobilie bieten muss.

Lutz Bernsau ist übrigens längst ausgezogen. Laut Westfalenpost gehört ihm inzwischen das Herrenhaus Almerfeld bei Brilon...

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