Ermutiger rät: „Altena, denken Sie breit!“

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Johannes Warth zog die Zuhörer in seinen Bann. Ein englischer Langbogen diente ihm zum Beispiel als Visualisierungshilfe für seine These.

ALTENA - Einen Arbeitsplatz gibt es für Johannes Warth nicht mehr. Er spricht von Wirkungsfeld. Als er Donnerstagabend im Tagungsraum der Sparkasse die Bestuhlung gesehen habe, sei ihm sofort in den Sinn gekommen: „Mensch, in Altena denkt man schmal!“ Warth stellte die Stühle noch vor seinem ersten Wort an die Mitglieder der Wirtschaftsjunioren Mittel-Lenne um, die ihn mit dem Vortrag „Mut tut gut!“ gebucht hatten.

„Wer nichts riskiert, kann nicht einmal scheitern!“ – das zeigte Warth dann witzig und hintersinnig auf. „Erfolg beginnt morgens im Badezimmer vor dem Spiegel“, schrieb der „Ermutiger“ und Coach seinen mehr als 60 Zuhörern aus dem Kreis der Wirtschaftsjunioren Mittel-Lenne ins Stammbuch. Denn hier, genau hier, entscheide sich Morgen für Morgen, mit welcher Einstellung man in den Tag hinein gehe. Warths Rat: „Sehen Sie in den Spiegel und sagen Sie sich: Das Beste, was den Menschen heute begegnet, bin ich!“

Mit einer Kerze, Pfeilen und einem englischen Langbogen visualisierte der Referent typische Unternehmenssituationen. Nur wenn eine Firma ein Ziel – im Sparkassentagungsraum an diesem Abend eine brennende Kerze – für alle Mitarbeiter klar definiert habe, könne dieses Ziel auch erreicht werden. Trotz dreier Versuche schaffte es der 1961 in Oberschwaben geborene Familienvater nicht, die Flamme der Kerze über eine Distanz von mehr als sechs Metern mit einem gezielten Treffer zu löschen. Doch gerade das Scheitern, die wiederholten Versuche, nahm Warth zum Anlass, das zu vermitteln, was ihm ein Anliegen ist: Mut zu haben und mutig zu sein, Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr, etwas zu riskieren, etwas zu wagen. Dazu passte dann treffend das bereits genannte Zitat der Gipfelstürmer-Ikone Reinhold Messner: „Wer nichts riskiert, kann nicht mal scheitern.“

Für Johannes Warth müssen Firmenchefs, aber auch leitende Mitarbeiter, immer ein bisschen abgedreht sein, mutig eben, um neue Ideen zu kreieren. Dazu gehöre aber stets, sich Kritikern zu stellen. „Der Kunde, der sich beschwert, ist ein hervorragender Kunde. Kritik sollte dein bester Freund sein.“ Wer das anders sehe, verkenne, dass die „stillen Kritiker“ sich einfach abwendeten und der Firma damit zumeist auf ewig verloren gingen.

Zurück zum umgeräumten Stuhlkreis im Vortragszimmer der Sparkasse: Durch diesen Kniff schaffte es Johannes Warth, eine andere Erlebnissituation zu schaffen. Aus „Altena denkt schmal“ sei das notwendige „Altena, denken Sie breit!“, geworden.

von Johannes Bonnekoh

Stichwort: Wirtschaftsjunioren Mittel-Lenne:

Die Wirtschaftsjunioren Mittel-Lenne bestehen seit 60 Jahren. Sie sind ein Zusammenschluss von jungen Unternehmern und Führungskräften unter 40 Jahren. Als eigenständiger Kreis gehören sie den Wirtschaftsjunioren NRW und Deutschland an – einer Organisation von über 11 000 Unternehmern und Führungskräften. Das Motto des Verbandes ist: Werte, Wissen, Wandel. Kontakt: Tel. 02371/82915

albert@mav-net.de

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