Gunter Schröder ist  schon 75  - Aufhören kommt nicht in Frage

Halbes Jahrhundert im Steuerberaterbüro

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So stellt sie die Steuerberater-Sozietät aktuell auf: Gunter Schröder (vorn), Martin Schröder (l.), Fabian Wundenberg und Sabine Malms bilden „Schröder & Partner“. Zum 1. Juli firmiert das Unternehmen unter diesem Namen.

Altena - Er könnte längst die Beine im Liegestuhl lang machen, doch Gunter Schröder geht mit 75 Jahren noch fast täglich ins Büro. Oft von 7 bis 17 Uhr, er kommt als erster und geht als letzter. „Der Beruf macht mir einfach Spaß!“ erklärt der Altenaer, der in diesen Tagen 50 Jahre als selbstständiger Steuerberater voll macht. Zum halben Jahrhundert gibt es signifikante Veränderungen in der Sozietät, doch Gunter Schröder bleibt seinem Unternehmen erhalten. „Für den Ruhestand bin ich noch nicht bereit.“

Als er vor 56 Jahren die berufliche Laufbahn seines Großvaters einschlug, da dachten alle in der Familie, er täte es seinem Opa zuliebe. Schon als Kind schaute Gunter Schröder in Breslau zu gern Arthur Hoffnauer über die Schulter, der bereits vor dem Krieg einen Werdegang als Buchsachverständiger eingeschlagen hatte. Die Sozietät Hoffnauer und Brodda nahm den jungen Mann nach Abschluss seiner Schullaufbahn gerne als Azubi zum Steuerbevollmächtigten auf. Am 22. April 1968 war es schließlich so weit, die Oberfinanzdirektion Münster bestellte ihn in den Beruf.

Ein guter Kontakt zum Finanzamt ist nötig.

Bis 1991 blieb Gunter Schröder mit Carl Brodda am Ort, zwischenzeitlich war er 1987 zum vereidigten Buchprüfer bestellt worden. Nach Jahren der Einzelpraxis stieß Sabine Malms im Jahr 2004 als Partnerin hinzu. Seither ist der Sozietätsstatus geblieben. Die Steuerberaterin war bereits seit 1999 im Team und auch Sohn Martin Schröder fing zu dieser Zeit an, sich in den Ferien ein paar Euros Taschengeld zu verdienen.

Spaß am Beruf

 „Dass Martin auch Spaß an dem Beruf gefunden hat, hat mich natürlich sehr gefreut. Seite an Seite mit ihm arbeiten zu können, das ist eine tolle Sache!“ Krach gibt es im Vater-Sohn-Gespann keinen. „Wir verfolgen ja die gleichen Interessen: „Wir beraten und gestalten so, dass Kunden mit ihren Lebens- und Geschäftsentwürfen gut leben können.“

Bares Geld zu sparen - das ist Sinn einer professionellen  Beratung.

Früher, daran erinnert sich Gunter Schröder gut, lief Steuerberatung noch ganz anders: „Da wurde man persönlich vorstellig beim Finanzamt, regelte Dinge oft viel unbürokratischer. Weil man sich untereinander durch die enge Zusammenarbeit so gut kannte, gab es sogar Kegelwettbewerbe: Betriebsprüfer gegen Steuerberater!“, schildert Schröder lachend. Im papierlosen Büro gibt es heute kaum noch direkte Kontakte ins Amt. Alles ist digitalisiert. „Dabei haben wir einst gänzlich ohne technische Ausstattung angefangen!“ Der Senior zählt auf: Manuelle Journale, Buchungsmaschinen mit Lochstreifen, auf der Schreibmaschine getippte Jahresabschlüsse, Durchschriften mit Kohlepapier... „Und die Formulare waren alle viel überschaubarer, als heute!“

Digitalisierung

Die Digitalisierung verflucht Gunter Schröder trotzdem nicht. „Sie hat uns räumlich unabhängig gemacht, für die Kunden ist es auch komfortabler geworden, ihre Daten digital übertragen zu können.“ Die Jungen, Martin Schröder und der seit 2017 im Unternehmen agierende neue Partner Fabian Wundenberg, kennen die Arbeit ohne Computer gar nicht mehr. Heute sind 14 Personen im Unternehmen beschäftigt. Zum 1. Juli firmiert es unter dem Namen „Schröder & Partner“. Im Laufe seiner 50 Jahre andauernden Selbstständigkeit hat Gunter Schröder 20 Steuerfachangestellte ausgebildet. „Manchmal sogar zwei parallel“.

Als Ausbilder aktiv

Bettina Rohleder, heute als Bilanzbuchhalterin in der Linscheidstraße tätig, startete ihre Karriere im Jahr 1979 und gehört heute auch zu den Urgesteinen. Gunter Schröder freut sich, als Senior nie als „Altes Eisen“ abgeschrieben worden zu sein. „Deshalb mache ich auch solange weiter, wie ich akzeptiert werde“, lacht Gunter Schröder. „Außerdem hat man sich abends was zu erzählen, wenn man nach Hause kommt“, ergänzt er.

Rentenalter

Ein Ausgleich zu den Arbeitstagen im Rentenalter sind Urlaube. „Die zweite Heimat meiner Frau Yvonne und meine ist Langeoog, darüber hinaus waren wir auch schon weit weg in Chile, Argentinien und Vietnam.“ Mit einem Klischee möchte Gunter Schröder gern aufräumen: „Steuerberater haben keinen trockenen Berufsalltag. Im Gegenteil ist er sehr spannend, nah am Menschen dran. Das schätze ich sehr.“

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