Abschied von einem hochgeschätzten Kollegen und Freund

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Günter Brockhagen mit seinem Nachfolger als kommissarischer Wachleiter, Thomas Stuwe (r.).  

Altena -  „Komm doch auch zu uns“, sagte Udo Winter vor 36 Jahren zu seinem früheren Arbeitskollegen Günter Brockhagen. Beide hatten zusammen im Elektrobetrieb Conredel in Neuenrade gearbeitet und konnten sich vorstellen, dass das auch in der Altenaer Feuerwache gut klappen würde. Tatsächlich hat Günter Brockhagen den Entschluss bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am Samstag nicht bereut.

Der frühere Wachleiter Udo Winter kam am Samstag persönlich vorbei, um für das Team in Brockhagens letzter 24-Stunden-Schicht frische Potthucke zu kochen. Nach Winters Ausscheiden hatte Günter Brockhagen sein Amt kommissarisch weitergeführt. „Das war die einzige Aufgabe, die mir seit 1980 nicht so behagt hat“, erklärte der Stadthauptbrandmeister am Sonntag bei seinem Abschiedsfrühstück. Die Zeichnungen seiner Kinder aus dem leer geräumten Spind hatte er im Speisesaal aufgehängt. Die Töchter Bea und Stina sind längst erwachsen und Ehefrau Beate wird ihren Mann öfter beim Gassigehen mit dem Hund an ihrer Seite haben. Seiner Familie ist Günter Brockhagen sehr dankbar. „Sie hat mich oft entbehrt, aber auch oft zuhause gehabt durch den Schichtbetrieb. Ich konnte meine Mädchen aufwachsen sehen und auch mal im Kindergarten und in der Schule dabei sein.“

Die zweite Familie waren seit 1980 die Kollegen auf der Wache. „Man teilt Schlafzimmer und Tisch, da weiß man immer, wer Geburtstag hat oder von Sorgen geplagt ist“, so Brockhagen. Sein Nachfolger als kommissarischer Wachleiter Thomas Stuwe ergänzt: „Günter hat so was nie vergessen, immer ein Geschenk organisiert und die Mannschaft zusammengehalten.“ Natürlich wird er die Kollegen auch im Ruhestand noch oft besuchen - allerdings ohne sein Markenzeichen, die gelbe Brotdose.

Beliebt war Günter Brockhagen auch in seiner Rolle als Ausbilder. Als erster Lehrrettungsassistent auf der Wache konnte er das Jungpersonal selbst fit machen für den Beruf. Und wer je in der Wache gearbeitet hat, kennt auch ihre Baustellen, um die sich die Feuerwehrleute immer selbst gekümmert haben. „Was man selbst pflegt, das schätzt man“, erklärt der Ruheständler. Da spricht er für Räume und Menschen gleichzeitig.

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