Der Westfale ist ein Sprechdenker

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Bruno „Günna“ Knust wusste in der B urg Holtzbrinck bestens zu unterhalten und legte am Ende auch noch einen Tanz aufs Parkett.

Altena - Pointen im Sekundentag - das schafft Bruno Günna Knust.  Die Gäste fühlten sich hervorragend unterhalten.

Mit voller Breitseite, so der Name des Programms von Bruno „Günna“ Knust, hat das Ruhrpott-Original  das Publikum im sehr gut besuchten Saal der Burg Holtzbrinck unterhalten.  „Der Westfale ist ein Sprechdenker“, so Günna. Die Erklärung klang verblüffend: „Ich spreche das aus, damit ich höre, dass ich das weiß.“ 

Sein Lebensmotto gab der Dortmunder seinem Publikum gleich an mehreren Stellen seines Auftritts mit auf den Weg: immer positiv denken, sich nicht aufregen und vor allem mal frische Luft an das Gehirn lassen („Ihr sollt raus gehen!“). 

Auch die sozialen Netzwerke („Ich hatte schon Freunde, da gab es noch kein Facebook“) und das Smartphone bekamen ordentlich Fett weg. Die aktuelle Generation „Z“ habe einen riesigen Technologieschritt mitgemacht: „Unsere Kinder kennen das nicht mehr anders, das kannst du nicht mehr aufhalten.“ Ihm selbst gingen die Hilfeleistungen des Handys allerdings auf den Wecker. In diesem Zusammenhang präsentierte Günna seinen Zuschauern mit dem Begriff der „App-hängigkeit“ sogar eine neue Wortschöpfung, die sein Dilemma auf den Punkt brachte. Als Beispiel nannte der Dortmunder eine Anti-Mücken-App, die er unlängst ausprobiert habe. Diese sende Ultraschall-Töne aus, die der Mensch nicht hören könne. Das Problem: „Die Mücke hört das auch nicht“. Am Ende bliebe nur der Wurf des Mobiltelefons, um der kleinen Blutsauger Herr zu werden und die Installation der sogenannten „Spider-App“, wenn das Gerät danach einen unschönen Riss in Form einer Spinne davon getragen hätte. 

Zudem wurden auch dem Selfie-Stick (Deppen-Zepter) und der Smartwatch (Stasi-Uhr) neue Namen verpasst. Auch zum allgegenwärtigen Retro-Trent hatte Günna eine klare Meinung. „Alle wollen die 70er, 80er oder 90er zurück. Ich nicht: „Wir hatten die Angst vor dem Atomkrieg, das Waldsterben und einen Dieter Bohlen, der ‘Kirsche, Kirsche, Dame’ gesungen hat. 

Wer nur nach hinten schaut, blockiert sich selbst und sieht die Vergangenheit wie eine verschwommene Lichterkette.“ Schön auch, wie Günna eine politisch korrekte Sprache auseinander pflügte. Anstelle von rauchen müsse nun gesagt werden: „Wir gedenken Helmut Schmidt.“ Aus stur wurde dann eben meinungsstabil und der Diebstahl zu einer spontanen Eigentumsübertragung gemacht.

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