Handwerksbetrieb baut auf Rosmart

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Rücken Sie vor bis zur Rosmarter Allee“ – ein heimischer Handwerker mischt mit beim Gewerbepark-Monopoly. ▪

ALTENA ▪ Vorsichtiger Optimismus bei Geschäftsführung und Aufsichtsrat der Märkische Gewerbepark Rosmart GmbH: Mit etwas Glück könne es gelingen, auch in diesem Jahr aus eigener Kraft über die Runden zu kommen, sagte ein Insider. Denn: Ein rund 3000 Quadratmeter großes Grundstück ist verkauft, für mindestens ein weiteres gehen die Verhandlungen jetzt auf die Zielgerade.

Jens Peter Fischer bestätigte, dass er schon in der kommenden Woche mit dem Bau einer etwa 500 Quadratmeter großen Halle beginnen werde. Sein im Dorf Rosmart ansässiger Sanitär- und Installationsbetrieb expandiere, die bisher zur Verfügung stehende Fläche reiche nicht mehr aus. „Wir brauchen einfach mehr Platz“ – so begründete Fischer seine Investition im Gewerbepark.

Mit dem Verkauf dürften Einnahmen von deutlich unter 200 000 Euro verbunden sein. Das verschafft der GmbH finanziell zwar etwas Luft, reicht aber wahrscheinlich noch nicht aus – wenn nicht weitere Grundstücke verkauft werden können, müssen die Städte Altena, Lüdenscheid und Werdohl erneut in die Bresche springen. Sie haben Bürgschaften übernommen und es der GmbH so erst ermöglicht, die für den Ankauf der Grundstücke und deren Erschließung erforderlichen Kredite aufzunehmen.

Anfangs hatte man auf eine „schwarze Null“ gehofft, also darauf, dass die Bilanz der GmbH ausgeglichen sein würde. Das hat wegen der schleppenden Vermarktung von Anfang an nicht funktioniert, die GmbH rutschte immer weiter ins Minus und ist im Grunde überschuldet. Der Wert der Grundstücke in ihrem Besitz wird in der Bilanz 2010 mit 18,4 Mio. Euro ausgewiesen, dem stehen Schulden in Höhe von 19,7 Mio. Euro gegenüber. Die Bilanz weist deshalb einen „nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag“ von 1,86 Mio. Euro aus. Davon übernahmen im vergangenen Jahr rund 500 000 Euro die Kommunen, auf Altena entfielen 215 000 Euro – deutlich weniger als zunächst befürchtet, aber trotzdem ein Schlag für die leeren Stadtkassen. Allerdings: Für die Bürgschaften haben die Kommunen seit dem Bestehen der GmbH rund 1,2 Mio. Euro Provision kassiert, so dass sie unterm Strich noch keine Verluste gemacht haben.

Trotzdem sorgt die Lage der GmbH vor allen bei den Lüdenscheider und Werdohler Politikern für große Bedenken. Bei ihnen mehrt sich auch die Kritik am Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Andreas Hollstein. Sie empfinden Altenas Bürgermeister als ruppig, selbstherrlich und beratungsresistent, wenn es zu Diskussionen über den Gewerbepark kommt. ▪ Thomas Bender

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