über 35.000 Grundstücke neu zu bewerten

Grundsteuer-Reform: Das müssen Bürger im Lennetal wissen

Mehr als 35.000 Grundstücke im Lennetal müssen neu bewertet werden.
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Mehr als 35.000 Grundstücke im Lennetal müssen neu bewertet werden.

Da kommt einiges auf Finanzamt, Kommunen und Bürger zu: Die Grundsteuerreform hat große Auswirkungen - und beschert viel Arbeit.

Lennetal – Die Würfel sind gefallen: Bei der anstehenden Reform der Grundsteuer geht das Land Nordrhein-Westfalen nach dem so genannten Bundesmodell vor. Vereinfacht gesagt bedeutet das für ein mit einem Wohnhaus bebauten Grundstück, dass in die Berechnung der Grundsteuer Bodenrichtwert, Immobilienart, Alter des Gebäudes und das örtliche Mietniveau einfließen.

Aus all diesen Faktoren wird dann ein neuer Grundsteuer-Messbetrag ermittelt, der Grundlage für die Berechnung der Steuer durch die Kommunen ist. Sie multiplizieren diesen Messbetrag mit ihrem Grundsteuerhebesatz. Hintergrund ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes aus dem Jahre 2018 und darauf folgend ein 2019 verabschiedetes Gesetz. Das Ziel: Der Gesetzgeber will steuerliche Ungleichbehandlungen von Grundvermögen ausgeräumt sehen.

Mehr Personal für Grundsteuerreform nötig

Bürger, Finanzämter, Kommunen – das sind die Beteiligten, auf die jetzt dadurch einiges zukommt. Als erstes sind die Finanzämter am Zuge: Sie müssen den neuen Messbetrag ermitteln. Das ist Aufgabe sogenannter „Grundstücksstellen“, die es in jedem Finanzamt gibt und die schon jetzt verstärkte Nachfragen verzeichnen.

„Um den Personalbedarf abzudecken sowie die spätere Durchführung der Hauptfeststellung zu unterstützen, haben wir frühzeitig begonnen, das Personal in den Grundstücksstellen aufzustocken“, teilt die Oberfinanzdirektion (OFD) mit Sitz in Münster auf Anfrage mit.

Bewertung ab 2022

Deren stellvertretender Pressesprecher David Wulfinghoff weiß zu berichten, dass allein im Einzugsbereich des Finanzamts Altena 35 642 Grundstücke neu bewertet werden müssen. Damit soll Anfang 2022 begonnen werden, alle Grundstückseigentümer bekommen dann entsprechende Fragebögen zugeschickt.

„Wir werden dieses Modell mit der maximal möglichen Bürgerfreundlichkeit umsetzen und die Betroffenen intensiv bei ihrer Steuererklärung unterstützen“, verspricht NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper (CDU). Dazu würden rechtzeitig vor Abgabe der Steuererklärung alle Informationen individuell zur Verfügung gestellt, die bei den Finanzbehörden verfügbar sind.

Neue Berechnung ab 2025

Zudem soll es eine Zusammenstellung der in den Katasterämtern und bei den Gutachterausschüssen verfügbaren Daten auf einer Online-Plattform geben. OFD-Sprecher Wulfinghoff geht davon aus, dass die neuen Messzahlen bis Ende 2024 feststehen, so dass die Grundsteuer ab 2025 nach dem neuen Modell berechnet werden kann. Ein Zeitplan, den Altenas Kämmerer Stefan Kemper als „sportlich“ bezeichnete.

Erklärtes Ziel ist es, dass die Reform „aufkommensneutral“ sein soll. Das bedeutet, dass die Kommunen ihre Hebesätze so angleichen sollen, dass sie Steuereinnahmen in der bisherigen Höhe erzielen. Für Altena wären das 5,3 Millionen Euro. Erklärtes Ziel der Kommunalpolitik ist es allerdings, nach erfolgreicher Haushaltskonsolidierung die Steuerbelastung der Bürger zu reduzieren – auch und gerade, was die Grundsteuer angeht.

Die Grundsteuer-Hebesätze der Kommunen im Lennetal in Prozent: Altena 910, Balve 600, Herscheid 550, Nachrodt-Wib. 720, Neuenrade 600, Plettenberg 590 und Werdohl 668.

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