Grundschulen: Der Plan geht nicht auf

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Geht es nach den Vorstellungen der Verwaltung, dann wird es schon im nächsten Schuljahr in der Grundschule Evingsen keine Erstklässler mehr geben.

Altena -  Das Anmeldeverfahren für die Altenaer Grundschulen schließt mit einem ernüchternden Ergebnis: Nur 102 Erstklässler werden im August in Altena eingeschult – 17 weniger als erwartet. Die Stadt steht unter Handlungsdruck. Statt der geplanten sechs kann sie nur fünf erste Klassen bilden.

Am Mittwoch, 4. Februar, wird sich der Schulausschuss mit der Situation befassen. Die Verwaltung schlägt ihm vor, entgegen der bisherigen Planungen schon für das nächste Schuljahr in Evingsen keine neuen Schüler mehr aufzunehmen. Es wurden dort nur neun Erstklässler angemeldet, drei davon wohnen auf dem Nettenscheid. Diese Schüler sollen nun in die Grundschule Mühlendorf gehen, während die in Evingsen lebenden in Dahle eingeschult werden sollen. Die meisten haben nach Darstellung von Stefan Kemper, dem auch für Schulen zuständigen Abteilungsleiter, Anspruch auf eine MVG-Fahrkarte. Für die Kinder, die weniger als zwei Kilometer von der Grundschule Dahle entfernt wohnen, werden bis zu den Ferien Schulwegpläne erarbeitet, die für einen möglichst sicheren Weg zur Schule sorgen sollen.

Folgt der Schulausschuss den Vorschlägen der Verwaltung, dann beginnt das Auslaufen der Grundschule Evingsen (die mit den Standorten Dahle und Mühlendorf die Grundschule Altena bildet) ein Jahr früher als geplant. Bereits vor der Kommunalwahl hatte der Schulausschuss beschlossen, diesen Schulstandort mit Ende des Schuljahres 2016/2017 aufzugeben. An diesem Termin halte die Verwaltung auch fest, betonte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein am Montag, 26. Januar.

Es gebe keine Anzeichen dafür, dass die im letzten Jahr getroffene Entscheidung zur Schließung des Evingser Standortes Auswirkungen auf das Schulwahlverhalten der Eltern gehabt habe, sagte Kemper. Zwar wisse er, dass ein Evingser Kind in der Grundschule Ihmert eingeschult werde und andere zur Waldorfschule Neuenrade gehen werden – das sei aber nicht ungewöhnlich.

Wenn der Schulausschuss den Vorschlägen der Stadtverwaltung folgt, dann werden nur noch die Kinder aus Dahle und Evingsen die Grundschule Dahle besuchen. Dort wird dann eine erste Klasse mit voraussichtlich 23 Kindern gebildet. Die Kinder vom Nettenscheid, aus dem Steinwinkel und aus der gesamten Nette werden zusammen mit den Kindern aus den innenstadtnahen Stadtteilen die Grundschule Mühlendorf besuchen, wo zwei Klassen mit jeweils rund 23 Kindern gebildet werden. An der Grundschule Breitenhagen wird es zwei Klassen mit vermutlich etwa 17 Kindern geben.

Die Anmeldezahlen für diese Schule liegen ebenfalls deutlich unter der Prognose des Schulentwicklungsplans. Es sei offensichtlich so, dass eine Reihe von Kindern aus der oberen Rahmede an der freien christlichen Schule in Lüdenscheid angemeldet worden seien, berichtete Hollstein gestern. Andere gehen zum Mühlendorf, weil nur dort eine Ganztagsbetreuung angeboten wird.

Hollstein und Kemper betonten, dass ihr Vorschlag, in Evingsen schon in diesem Jahr keine Schüler mehr aufzunehmen, mit der Schulaufsicht abgesprochen sei und von der zuständigen Schulrätin als pädagogisch sinnvoll bezeichnet werde. Versuche, aus den 102 für die Grundschulen angemeldeten Schülern doch noch sechs Klassen zu bilden, seien gescheitert: Die Schulaufsicht bestehe auf dem so genannten Klassenschlüssel, wonach es für jeweils 23 Schüler eine Lehrerstelle gibt. „Deswegen sehe ich keine andere Lösung“, sagte der Bürgermeister.

Von Thomas Bender

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