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Neue Teststrategie: Grundschulen berichten von „extrem schwieriger“ Lage

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Von: Ines Engelmann, Susanne Fischer-Bolz

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Schüler der Klasse 5c des Matthias-Grünewald-Gymnasiums in Würzburg machen einen Corona-Test. In Bayern beginnt die Schule nach den Herbstferien mit neuen Corona-Regeln.
Lolli-Tests kommen in den Grundschulen auch weiterhin zum Einsatz. Gibt es im Klassenpool einen positiven Test, sollen die Kinder am Folgetag jetzt aber mit einem Schnelltest in der Schule auf das Virus untersucht werden. © Nicolas Armer/dpa

Schon wieder gibt es Änderungen in der Teststrategie, um das Coronavirus einzudämmen. Die Grundschulen in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde sind ebenfalls hart getroffen.

Altena/Nachrodt – Helle Aufregung, wie immer ewiges Warten auf die neuen offiziellen Anweisungen, jetzt Ernüchterung über die neuen Test-Regelungen und pure Erschöpfung: „Die Situation ist für Schüler, Lehrer und Eltern wirklich extrem schwierig“, sagt Carsta Coenen, Leiterin der Grundschule Nachrodt-Wiblingwerde. Es gibt ab sofort weiterhin Lolli-Pool-Tests, aber keine Einzelproben mehr, die gleich mit ins Labor geschickt werden. Dabei waren eben diese zusätzlichen Einzelproben erst am 10. Januar und damit vor gut zwei Wochen eingeführt worden. Dennoch wird die Regelung nun schon wieder kassiert.

Der neue Plan der Landesregierung: Die Schüler eines positiv getesteten Pools sollen am nächsten Tag zu Unterrichtsbeginn in der Schule mit Antigenschnelltests auf eine Infektion getestet werden. „Die Eltern müssen sich darauf einstellen, dass wir sie um 8.30 Uhr anrufen, damit das Kind wieder abgeholt werden kann“, sagt Carsta Coenen und weiß, in welche schwierige Lage dies die Mütter und Väter bringen wird. Und auch die Lehrer: Denn die Kinder, die durch die Schnelltests „herausgefischt“ werden, müssen dann erst einmal separiert und beaufsichtigt werden. Nur fällt kein Personal vom Himmel. Alle Beteiligten arbeiten am Limit.

Hoffen auf Unterstützung: Schon wieder neue Teststrategie an Grundschulen

Hilfe könnte es möglicherweise von den neuen Testzentren geben. Denn alternativ ist es für die Kinder auch möglich, eine offizielle Testeinrichtung zu nutzen und diesen Test in der Schule vorzulegen. „Aber dann muss natürlich vor Unterrichtsbeginn getestet werden. Wir wollen mit den Zentren Kontakt aufnehmen“, so Carsta Coenen.

Die Schulleiterin der Grundschule Nachrodt-Wiblingwerde würde eigentlich jetzt auch gerne die weiße Fahnen hissen. Das Zeichen der Erschöpfung, das am Mittwoch – initiiert von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) – an Grundschulen in vielen Städten für Aufsehen sorgte. „Da würden wir auch mitmachen“, sagt Carsta Coenen.

Bei aller Begeisterung für den Präsenzunterricht und die Hoffnung, genau diesen aufrecht halten zu können, zögert Carsta Coenen mittlerweile bei der Frage, ob Distanzunterricht nicht irgendwann sinnvoller ist – besonders mit Blick auf die immer unkalkulierbarer werdende Coronalage. „Es ist für alle jeden Tag aufs Neue schwierig.“ Stand Mittwoch waren „nur“ fünf Jungen und Mädchen infiziert.

Schon wieder neue Teststrategie an Grundschulen: An Präsenzunterricht festhalten

Auch in der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Altena wird die neue Maßnahme natürlich umgesetzt. Zwei positive Pool-Testungen führten bereits am Mittwoch für die beiden betroffenen Klassen zu Nachtestungen mittels Antigen-Schnelltest in den Räumen der Schule. „Die Tests waren alle negativ“, gibt Schulleiter Wolfgang Wilbers Entwarnung. Sind die Schnelltests negativ, können die Grundschüler wie geplant am Unterricht teilnehmen. „Wir haben zum Glück viele Schnelltests bevorratet“, sagt Wilbers und spielt darauf an, dass deshalb die neue Regelung für die Gemeinschaftsgrundschule problemlos umsetzbar ist.

Um den Präsenzunterricht so lange wie möglich aufrecht zu erhalten, wird die neue Regelung an den beiden Standorten im Mühlendorf und in Dahle so schnell wie möglich umgesetzt. Ob die Grundschule an der Fahnen-Aktion teilnehmen würde, ließ Wilbers offen. „Meine Aufgabe besteht nicht darin, die Maßnahmen zu kommentieren, sondern darin, sie umzusetzen.“

Gerade mit Blick auf die hohen Corona-Zahlen gibt es derzeit keine Entspannung. Zeit zum Durchatmen bleibt kaum. Dennoch: Wilbers legt viel Wert darauf, dass die Kinder weiterhin für den Präsenzunterricht in die Schule kommen können. „Für die Kinder ist es gut, wenn sie in die Schule kommen können. Wir können den Kindern beim Lernen besser helfen, wenn sie bei uns sind – und auch für ihr soziales Leben ist es besser.“ Wochenlange Schließungen wären hart für alle Beteiligten, da ist sich Schulleiter Wilbers sicher. Die Hoffnung auf entspanntere Zeiten gibt Wilbers derweil nicht auf und blickt optimistisch in die Zukunft.

Eine Anfrage, wie der Testbetrieb in der Grundschule am Breitenhagen läuft, blieb unbeantwortet. Schulleiter Jörg Schlüter meldete sich bis Redaktionsschluss nicht zurück.

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