Grundschuldebatte: „Die neue Schule X“

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Bürgermeister Dr. Hollstein und Schulleiter Wolfgang Wilbers informierten die Klassenpflegschaften.

ALTENA - An Wolfgang Wilbers führt kein Weg vorbei, wenn die Kommunalpolitik ihre Pläne zur Umgestaltung der Grundschullandschaft umsetzen will. Das betonte Dr. Andreas Hollstein am Dienstagabend bei einer Veranstaltung in der Grundschule Mühlendorf.

Der Bürgermeister versuchte damit Gerüchte zu zerstreuen, dass Wilbers nur aus Karrieregründen von der SPD zur CDU gewechselt ist. Lege die Stadt zwei Schulen zusammen, dann falle die Leitung automatisch an den dienstältesten Schulleiter, erklärte der Verwaltungschef in einem Gespräch mit den Mühlendorfer Klassenpflegschaftsvorsitzenden. Wilbers könne dieser Aufgabe nur dadurch entgehen, dass er sich um eine andere Stelle bewerbe. „Ich verdiene dadurch auch keinen Cent mehr“, ergänze der Schulleiter.

Die Schulpflegschaftsvorsitzende Anja Fritsch hatte um das Gespräch gebeten, weil die von der Ratsmehrheit ins Auge gefasse Fusion der Mühendorfschule mit Dahle/Evingsen auch die Mühlendorfer Eltern angeht. Hollstein referierte zunächst die Fakten: In den Einzugsgebieten der Grundschulen Mühlendorf und Dahle/Evingsen reicht die Zahl der Kinder in naher Zukunft nur noch zur Bildung von drei Klassen pro Jahrgang. Der Plan sei, zwei davon im Mühlendorf anzusiedeln und eine in Dahle. Der Vorstellung, man könne die Kinder so verteilen, dass der Standort Evingsen gerettet werden könnte, erteilte der Bürgermeister eine erneute Absage: Das setze voraus, dass Schüler aus der Innenstadt nach Dahle oder Evingsen gebracht werden müssten, um dort Lücken zu stopfen. Hollstein: „Das wäre keine Schulplanung, das wäre Not und Elend“.

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Geht es nach dem Willen der Politik, dann befassen sich die Schulpflegschaften im Mühlendorf und in Dahle/Evingsen noch vor den Osterferien mit den Fusionsplänen. Ihre Stellungnahmen sind Voraussetzung dafür, dass der Rat im April abschließend entscheiden kann. Die Politik drückt deswegen aufs Tempo, weil es in den beiden Schulen im Moment noch genug Schüler gibt, um eine Konrektorenstelle auszuschreiben. Das soll noch vor den Ferien passieren.

Geht dieser Plan auf, dann wird Wilbers im Sommer Leiter eines Gebildes, das Hollstein als „die neue Schule X“ bezeichnete. Sinn der Sache sei es nicht, Dahle/Evingsen zur „Filiale“ des Mühlendorfes zu machen, sondern eine völlig neue Schule zu bilden. Die wird anfangs drei Standorte haben, wobei der in Evingsen ab Sommer 2016 auslaufen soll. Er stehe für eine „Zusammenlegung auf Augenhöhe“, versprach Wilbers.

Von Thomas Bender

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