Ausraster in der Grundschule Altena

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Symbolfoto.

ALTENA ▪ Pausen sind im Schulalltag dazu da, dass sich die Kinder regenerieren, Atem schöpfen, um dann mit Elan wieder dem Unterricht folgen zu können. Doch nicht immer funktioniert das reibungslos. Und so kam es kürzlich auf einem Grundschul-Pausenhof in Altena zum Eklat.

Ein Zweitklässler verletzte eine Mitschülerin durch einen Tritt in den Unterleib derart, dass sie stationär im Krankenhaus verbleiben musste.

Es war nicht der erste „Ausraster“ dieses Kindes, wie die drei Eltern, die das in der Redaktion unserer Zeitung mit belegter Stimme vortragen, sagen. „Es gab bereits vorher Übergriffe, einmal hat der Junge sogar seine Lehrerin geohrfeigt, mitten im Unterricht.“

Erfunden oder dramatisiert seien die Vorgänge nicht, wiederholen noch mal die beiden Mütter und der Pflegschaftsvorsitzende, der mit am Tisch sitzt. Gab es Konsequenzen? – Erst nach wiederholtem Nachbohren und einem turbulenten Elternabend musste der gewaltbereite Schüler die Einrichtung wechseln. Er wird jetzt „besonders beschult“, um ihn wieder zu sozialisieren.

Die Vorwürfe der besorgten Eltern wurden von der betreffenden Schulleitung weder bestätigt, noch plausibel dementiert. Doch ein anschließender Rundruf bei allen Grundschulen am Ort trägt andererseits auch zur Beruhigung bei.

Gewalt gegen Lehrer sei kein Thema, sagt etwa Karl-Heinz Zündorf, Leiter der Grundschulen Evingsen und des Teilstandortes Dahle. Er verweist auf den ständigen Kontakt zur Elternschaft, aber auch Projekte wie „Mut tut gut“ zur Stärkung der Selbstfindung der Kinder. Seine Grundschule befände sich in einem „doch recht bürgerlichen Einzugsbereich“, was der Schulkultur ganz sicher zu Gute käme.

Wolfgang Wilbers, Chef der Grundschule im Mühlendorf: „Ich denke mal, die Kinder von heute sind nicht anders als früher. Man schaut nur genauer hin.“ Auch an seiner Einrichtung gibt es Präventionen in Sachen Gewalt und soziale Erziehung. „Wir führen die Klasse 2000 durch, auch eine externe Trainerin arbeitet mit den Mädchen und Jungen.“ Das funktioniere gut. Gewalt sei kein vorrangiges Thema.

Jörg Schlüter, Grundschulleiter am Breitenhagen: „Gewalt gegen Mitschüler oder Lehrer gibt es bei uns nicht.“ Auch an seiner Einrichtung gäbe es Aktionen wie „Mut macht stark“ oder „Klasse 2000“. Ein erwähnenswertes Projekt sind noch die besonders ausgebildeten Pausenhelfer aus den oberen Klassen. Die kümmern sich speziell um Lernanfänger und stehen ihnen als Ansprech- oder Spielpartner in den Pausen zur Verfügung.

Die besorgten Eltern indes wollen weiter am Ball bleiben – stellen ihrer Schule ansonsten ein gutes Zeugnis aus. „Aber ein mulmiges Gefühl bleibt schon“, sagen sie beim Gehen. ▪ job

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