Grundschüler entdecken ihre Forschungslust

„Hey, guck mal hier durch.“

ALTENA - Etwas Außergewöhnliches spielt sich derzeit in der Gemeinschaftsgrundschule Dahle-Evingsen ab. Denn dort ist die Miniphänomenta aufgebaut – mit 30 spannenden Experimentierstationen.

Stürmischer als sonst drängeln die Kinder in die Pause – jedoch nicht, um Luft zu schnappen, sondern vielmehr, um an den Miniphänomenta-Stationen weiter zu lernen. Da wird gehoben und geschoben, Styropor unter Wasser gedrückt, Wärme getastet, Würfel werden gerollt oder die Kindern blicken in die Unendlichkeit. Keiner steht lange alleine: Kaum wird eine Kugel bewegt, schauen weitere Kinder neugierig und wissbegierig über die Schulter und erklären sich gegenseitig die Welt. Oder dem Pauker: „Guck’ mal, Herr Kittendorf, aus rot und grün wird gelb“ veranschaulicht Jonas aus der dritten Klasse seinem Lehrer die Farbsynthese. Und genau so soll es sein: Die Miniphänomenta weckt mit ihren Stationen den natürlichen Forschungsdrang der Kinder. Sie entdecken spielerisch naturwissenschaftliche Phänomene wie „Reibungskraft – Wann rutscht der Klotz?“ oder „Lichtbrechung – Woher kommt der Lichtpunkt?“.

Mehr Bilder von der Miniphänomenta

Mini-Phänomenta in Gemeinschaftsgrundschule Dahle-Evingsen

Die einzelnen Experimentierstationen wurden von Professor Dr. Lutz Fiesser von der Universität Flensburg für den Einsatz in Grundschulen entwickelt. Schülerinnen und Schüler bekommen die Gelegenheit, Spaß und Interesse an der Erforschung von Natur und Technik zu entwickeln. Bislang war die Miniphänomenta in ganz Nordrhein-Westfalen an mehr als 300 Grundschulen im Einsatz. „Wir sind sehr glücklich, die Ausstellung in unserer Schule zu haben“, betont Schulleiter Karl-Heinz Zündorf. Er hatte mit Britta Ossenberg und Steffi Bührend zwei Lehrkräfte zu der Fortbildung geschickt und somit die Voraussetzung zum Ausleihen der Stationen geschaffen. Die Fortbildung vermittelte nicht nur das nötige Fachwissen und die pädagogischen Konzepte für den Unterricht, die zwei Lehrerinnen mussten auch jeweils ein Exponat nachbauen. Dieses handwerkliche Wissen gilt es an die Lehrkräfte und Eltern weiterzugeben, wenn die Ausstellung am 31. März zurück nach Flensburg geht: Die Experimentierstationen der Miniphänomenta sollen von Müttern und Vätern für die Grundschule ihrer Kinder nachgebaut werden.

„Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, gemeinsam an der Station zu tüfteln und zu bauen“, erklärt Britta Ossenberg. „Es war aber auch eine nicht zu unterschätzende handwerkliche Herausforderung“, lacht die junge Lehrerin. Die Bausätze kosten je nach Exponat um die 100 Euro. Verschiedene ortsansässige Unternehmen und Handwerksbetriebe haben bereits Patenschaften für die Experimentierstationen übernommen. „Je mehr Sponsoren gewonnen werden können, umso mehr Stationen können wir nachbauen“, formuliert die Schulleitung ihre Bitte um Spenden. Informieren können sich interessierte Firmen unter der Telefonnummer 97 20 10. „Anfassen erwünscht“ heißt es dann für Kinder, Eltern und Paten der Exponate am 28. März von 16 bis 18 Uhr, dem „Tag der offenen Tür“ an beide Schulstandorten. ▪ Von Barbara Grefe

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