1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Altena

Zugewucherte Gehwege: Stadt schickt Mahnbriefe an Hausbesitzer

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Ilka Kremer

Kaum nutzbar: der Gehweg an der Feldstraße  in Altena oberhalb des Friedhofs. Hier ist die Kirche zuständig.
Kaum nutzbar: der Gehweg an der Feldstraße in Altena oberhalb des Friedhofs. Hier ist die Kirche zuständig. © Ilka Kremer

An so manchen Stellen in Altena hat‘s der Fußgänger nicht leicht: Überall wuchert und sprießt das Grün über Gehwege und Straßen. Grundbesitzer sind in der Pflicht. Doch sie kümmern sich nicht immer, wie der Bauhof feststellt.

Altena – Momentan wächst und sprießt es überall ordentlich: Rasenflächen müssen gemäht, Hecken geschnitten, Unkraut gezupft werden. Das ist nicht nur im eigenen Garten erforderlich. „Die Gehwegreinigung umfasst (...) auch die Beseitigung von Unkraut und sonstigen Verunreinigungen.

Das sind insbesondere tierische Exkremente, Zigarettenschachteln und andere Verpackungen. Laub, zwischen den Platten, Pflastersteinen beziehungsweise aus Schadstellen in der Oberfläche heraus sprießendes Grün sind ebenfalls Fremdkörper“, heißt es in der Straßenreinigungssatzung der Stadt Altena. Und die haben Grundbesitzer ebenfalls zu entfernen. Soweit die Theorie.

Grünschnitt, um Gefahren zu vermeiden

„Leider sehen wir sehr häufig, dass die Grundstückseigentümer ihrer Pflicht nicht nachkommen“, sagt Bauhofleiter Robert Groppe. Sein Team ist für das Grün im öffentlichen Bereich zuständig. Bürger mit Grundbesitz sind es überall dort, wo ihre Hecken oder Bäume die Grundstücksgrenze überschreiten. So muss das sogenannte Lichtraumprofil über Fahrbahn und Gehweg bis zu einer Höhe von 4,50 Metern frei sein.

Sind die Äste eines Baumes hinein gewachsen, müssen sie weg. Schließlich können sie zur Gefahr für Fußgänger, Radfahrer und Fahrzeuge werden. Passiert ein Unfall, haftet der Grundstückseigentümer. „Die Beschwerden über derartige Zustände häufen sich derzeit bei uns“, so Groppe weiter.

Stadt warnt zweimal, dann wird‘s teuer

Der Bauhof prüft die Beschwerden und schaut sich die Situation vor Ort an. Gibt es Grund für Reklamationen, wirft der Bauhof zunächst eine gelbe Karte mit der Aufschrift „Schneiden Sie bitte Ihre Hecke“ in den Briefkasten des betroffenen Grundbesitzers. „In der Regel wird dieser Aufforderung aber nicht nachgekommen“, weiß Robert Groppe aus Erfahrung.

Dann geht der Fall zum Gebäudemanagement, früher Liegenschaftsamt. Von dort erhält der nachlässige Bürger ein offizielles Schreiben. „Ihm wird eine dreiwöchige Frist gesetzt, um den Missstand zu beseitigen.“ Hat sich nach Ablauf dieser Frist immer noch nichts getan, folgt ein erneutes Schreiben mit einer kürzeren Frist und der Androhung der „Ersatzvornahme“.

Meisenweg: 25 Mahnbriefe zurückgenommen

Das heißt: „Die Stadt beauftragt ein Fachunternehmen und treibt die Kosten beim betroffenen Grundstückseigentümer ein“, erklärt Groppe. Das sei sehr unerfreulich, langwierig und jedes Jahr dasselbe, ärgert sich der Bauhofleiter. Er bittet eindringlich um Einhaltung dieser Pflicht. Er mahnt: Diejenigen Grundstücksbesitzer, die den Rückschnitt aus zeitlichen oder gesundheitlichen Gründen nicht leisten könnten, müssten diese Arbeiten dann an einen Gärtner vergeben und dafür zahlen.

Erst Anfang der Woche hatte die Stadt 25 Anlieger des Meisenwegs angeschrieben, weil eine Beschwerde über einen zugewachsenen Fußweg im Rathaus eingetrudelt war. Beim Vor-Ort-Termin am Freitag stellte sich jedoch heraus, dass diese Verbindung zwischen Meisen- und Drosselweg auf einer Länge von rund 840 Metern total zugewuchert und lediglich noch ein Trampelpfad ist.

Meisenweg in Altena mit zugewuchertem Trampelpfad.
Der Meisenweg in Altena mit zugewuchertem Trampelpfad. © Thomas Bender

„Dieser Weg ist tot und bleibt tot“, sagte Robert Groppe. Kaum jemand erinnere sich überhaupt an diesen Weg – und da der Arbeitsaufwand viel zu hoch sei, hätte er die Grundstückeigentümer aus ihrer Pflicht entlassen. Sie müssen dort nicht zur Heckenschere greifen.

Auch interessant

Kommentare