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Grünes Licht für Stromtrasse mit Riesenmasten: Bauprojekt im MK startet

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Von: Thomas Bender

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Die Teile für die neue Stromleitung liegen bereits auf Rosmart in Altena: Nun kann Amprion auch mit dem Bau beginnen.
Die Teile für die neue Stromleitung liegen bereits auf Rosmart in Altena: Nun kann Amprion auch mit dem Bau beginnen. © Birke, Maximilian

Nun geht‘s los mit dem Bau der neuen Stromtrasse im MK: Die Bezirksregierung gab grünes Licht, Amprion startet mit den Arbeiten, die sechs Kommunen betreffen.

Die Amprion GmbH kann mit dem Bau ihrer Hochspannungsleitung zwischen Iserlohn und Attendorn beginnen. Betroffen sind unter anderem die Bereiche Wiblingwerde, Rosmart in Altena und Wettringhof in Lüdenscheid.

Wie das Unternehmen berichtet, hat die Bezirksregierung Arnsberg den Planfeststellungsbeschluss erlassen. Amprion kann damit schon in dieser Woche die ersten Freischnittmaßnahmen im Bereich der Trasse vornehmen. Sie beschränken sich auf jene Bereiche, für die es bereits eine Einigung mit den Grundstückseigentümern gibt. Doch nicht alle sind begeistert von den Plänen, manche Anwohner fürchten die Folgen des Baus.

Neue Stromleitung: Erster Abschnitt über 126 Kilometer

„Sämtliche Maßnahmen werden stets vorab mit den zuständigen Behörden abgestimmt. Amprion ist während der Bauphase weiterhin jederzeit ansprechbar und wird die anstehenden Schritte in jeder Bauphase kommunizieren“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Bei der Baumaßnahme handelt es sich um den zweiten Abschnitt einer Trasse, die am Ende von Kruckel bei Dortmund nach Dauersberg in Rheinland-Pfalz führen wird. Das sind rund 126 Kilometer. Der jetzt genehmigte Abschnitt erstreckt sich auf 36 Kilometer zwischen den Übergabepunkten Ochsenkopf bei Iserlohn und Attendorn.

Alte Hochspannungsleitung wird ersetzt

Amprion hat schon heute eine Leitung, die Kruckel und Dauersberg miteinander verbindet. Dabei handelt es sich um eine 220-Kilovolt-Verbindung, die jetzt durch eine leistungsfähigere 380-Kilovolt-Verbindung ersetzt wird. „Das Projekt trägt dazu bei, unser Stromnetz noch flexibler und leistungsfähiger zu machen“, erklärt Amprion.

Die Leitung versorge die regionalen Verteilnetze mit Strom und sichere so insbesondere die Energieversorgung des Ruhrgebiets sowie des Sauer- und Siegerlandes. Konventionelle Kraftwerke im Süden und Westen Deutschlands, unter anderem in NRW, gehen sukzessive außer Betrieb, daher nimmt der Anteil der erneuerbaren Energien auch auf dieser Leitung zu. Sie ist schon heute über andere, bestehende Höchstspannungsleitungen mit den Windparks an der Nordseeküste verbunden.

Schmalere und höhere Masten für Leitung

Im Oktober 2018 hatte Amprion die Planfeststellungsunterlagen für den Abschnitt bei der Bezirksregierung Arnsberg eingereicht. Im Rahmen dieses Verfahrens führten Stellungnahmen und Einwendungen sowie Gespräche mit Bürgern, Politik und Verwaltung zu einer Diskussion über den Einsatz einer schmaleren, aber höheren Mastform. Nach einer intensiven Prüfung wurde dieser Wechsel der Mastform von Amprion als umsetzbar bewertet.

Die Masten, die jetzt errichtet werden, sind zwischen 60 und 75 Meter hoch. Für den 36 Kilometer langen Abschnitt werden 109 Stück benötigt. Sie tragen nicht nur sechs Drähte des 380 Kilovolt-Stromkreises, sondern im unteren Bereich auch einen 110 Kilovolt-Stromkreis.

Amprion: Weitere Pläne auf Rosmart

Wie Amprion auf Anfrage bestätigt, hat das Unternehmen im Bereich Rosmart noch weitere Pläne und verhandelt deshalb mit der Gewerbepark Rosmart GmbH über den Kauf eines Grundstücks. „Neben unserer bestehenden Anbindung in unserer Umspannanlage in Hagen-Garenfeld im nördlichen Netzgebiet der Enervie sucht Amprion einen zweiten, räumlich getrennten Anschluss im südlichen Netzgebiet für eine neue 380-/110-Kilovolt Schalt- und Umspannanlage“, schreibt Pressesprecherin Mariella Raulf.

Dafür biete sich der Großraum Lüdenscheid / Altena / Werdohl an. Für die Realisierung sei der Bereich im Gewerbepark ein potenziell gut geeigneter Standort. Entschieden sei zwar noch nichts, Amprion sei aber bemüht, die anstehenden Prüfungen schnellstmöglich voranzutreiben.

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