Grüne geben Hollstein Rückenwind

Hollstein Wahlkampf  Dortmund
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Hollstein und sein Team beim Straßenwahlkampf in Dortmund

Dr. Andreas Hollstein ist seinem Ziel, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund zu werden, einen Schritt näher gekommen. Eine Mitgliederversammlung der Dortmunder Grünen sprach am Dienstagabend eine Wahlempfehlung für den Altenaer Bürgermeister aus.

Altena/Dortmund – „Dortmund hat sich verändert. Die Antworten der Vergangenheit können nicht mehr die Antworten der Zukunft sein“, schrieben die Grünen nach ihrer Wahlempfehlung auf Instagram. Die Empfehlung für Hollstein sei auch darauf zurückzuführen, dass er „persönlich glaubwürdig bereit ist, auf Grüne Wähler*innen zuzugehen.“ Hollstein tritt bei der Stichwahl am kommenden Sonntag (27. September) gegen Thomas Westphal von der SPD an – mit nun, nach dem Grünen-Entscheid – deutlich verbesserten Chancen. Was das für Hollstein, die Politik in Dortmund und im Land bedeutet, dazu befragte ihn Alexander Schäfer.

Was bedeutet die Unterstützung der Grünen für Sonntag? Muss die SPD jetzt zittern?
Das bedeutet eine Menge Rückenwind für mich. Ich bin sehr froh, dass auch die Grünen-Basis mich unterstützt. Es wird nun ein enges Spiel, und ich hoffe nach 90 Minuten als Sieger vom Platz zu gehen. Die Entscheidung liegt bei den Dortmunder Bürgern, diese warte ich in völliger Demut ab. Aber jedem muss klar sein, dass es diesmal passieren könnte. Es gibt keine Entschuldigung, nicht wählen zu gehen, nur weil man glaubt, es ändere sich sowieso nichts.
Was verbindet CDU und Grüne?
Wir haben neben vielen einzelnen Punkten und Projekten eine große Gemeinsamkeit. Wir wollen beide eine andere politische Kultur in Dortmund etablieren. Wir bilden im Stadtrat keine Koalition, sondern sind offen für andere Fraktionen. Wer gegen uns etwas machen will, kann das nur mit den Vertretern von AfD und Rechten tun.
Sie sind seit 21 Jahren in Altena tätig. Aber können Sie als Sauerländer auch Großstadt?
Wer Kleinstadt kann, kann auch Großstadt. Mein Mitbewerber Thomas Westphal ist als Wirtschaftsförderer der Stadt Dortmund bislang für circa 100 Mitarbeiter verantwortlich, ich als Bürgermeister von Altena für circa 200. Das Budget, für das ich verantwortlich bin, ist doppelt so hoch wie das der Wirtschaftsförderung. Ich war Kämmerer und Geschäftsführer der Stadtwerke. Ich kann Jugendhilfe, Stadtplanung und Ordnungsrecht. Ich bin das komplette Angebot. Und zu Ihrer Frage erlaube ich mir noch diesen Vergleich. Als Jürgen Klopp Trainer in Dortmund wurde, hieß es: Der kommt von einem kleinen Verein, nämlich Mainz 05. Das wird nicht funktionieren. Heute würden sie Klopp in Dortmund mit einer Sänfte abholen, wenn er zurückkommen würde.
Schwarz-Grün in Dortmund: Ist das denn auch ein Signal für Bund und Land?
Nein. Das ist eine komplett Dortmunder Lösung. Das ist nicht übertragbar. Über Bündnisse oder Koalitionen muss jede Ebene für sich entscheiden. Ich habe da keine Empfehlung abzugeben. Hier gab es sehr vertrauensvolle Gespräche miteinander. Klar ist: für Schwarz-Grün müssen sich beide Seiten bewegen.
Werden Sie auch bei einer Niederlage nach Dortmund ziehen oder bleiben Sie in Altena?
Ich habe keinen Plan B, mein Nachfolger in Altena ist gewählt und ich würde gerne am 1. November nach Dortmund ziehen, wenn es die Bürgerinnen und Bürger wollen.

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