Grüne fordern: Stadt soll bei Kita-Plätzen mitreden dürfen

Kitas in NRW im Lockdown.
+
Bei der Platzvergabe in Altenas Kitas soll die Stadt mitreden dürfen, fordern die Grünen.

Eigene Kitas betreibt die Stadt Altena nicht, Geld schießt sie den Trägern aber zu. Darum soll sie auch mitreden dürfen, fordern die Grünen. Ihnen geht es auch um Gerechtigkeit.

Altena – Welches Kind kommt in welchen Kindergarten? Dabei soll die Stadt zukünftig mitreden dürfen, fordern die Grünen in einem Antrag an den Jugendhilfeausschuss (JHA).

Zum Hintergrund: Es gibt in Altena keinen einzigen städtischen Kindergarten. Die Einrichtungen werden von den Kirchen, der Awo und den Johannitern betrieben, die dafür hohe Zuschüsse von Stadt und Land bekommen – und zwar teilweise mehr, als gesetzlich vorgeschrieben ist, weil die Stadt sich an den Trägeranteilen beteiligt. Sonst wären ihre Kindergärten nicht mehr finanzierbar, hatten insbesondere die Kirchen in der Vergangenheit argumentiert.

Grüne in Altena: „Mehr Einfluss bei der Steuerung“

Die Grünen seien auch zukünftig bereit, diese freiwilligen Zuschüsse mitzutragen, schreibt die Ratsfraktion in ihrem Antrag. Sie „wollen aber auch dafür sorgen, dass die Stadt Altena insgesamt ihrer Verantwortung für die elementare Bildung besser gerecht werden kann. Dazu braucht sie mehr Einfluss bei der Steuerung des Systems“, schreibt Fraktionsvorsitzender Oliver Held.

Im Gespräch mit dem AK erinnerte er daran, dass sich der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz gegen die Stadt richte und nicht gegen einzelne Träger. Schon deshalb müsse sie ein Mitspracherecht haben. Wie das aussehen könnte, soll die Stadt mit den Trägern aushandeln.

Kirchenzugehörigkeit als Kriterium für Kita-Platz „nicht fair“

Dabei wird es auch um die Frage gehen, nach welchen Kriterien entschieden wird, wenn es mehr Anmeldungen als Plätze gibt. Das war zuletzt in Dahle und Evingsen der Fall. Ein Kriterium bei der Auswahl war dort, ob die Eltern einer Kirche angehören. „Das wollen wir ändern, weil es nicht fair ist“, schreiben die Grünen.

Ein weiterer Punkt, der den Grünen am Herzen liegt, ist die Planungssicherheit für die Eltern. Im Moment ist es so, dass die Mitte Januar ihr Kind im Kindergarten ihrer Wahl anmelden.

Anfang Februar bekommen sie Bescheid, ob es dort aufgenommen werden kann. Wenn nicht, müssen sie sich – gegebenenfalls mit Hilfe des Jugendamts – einen anderen Platz suchen. Hier sehen die Grünen Optimierungsbedarf, weil viele Eltern „frühzeitig Planungssicherheit darüber brauchen, in welchem Kindergarten sie den individuell benötigten Platz für ihr Kind erhalten werden“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare