Nach Lockerung: So sieht‘s aus den in den heimischen Kitas

Ab nach draußen: Dieses Motto gilt jetzt in vielen Kindertageseinrichtungen. Natürlich freuen sich die Erzieherinnen, denn das Wetter spielt mit.
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Ab nach draußen: Dieses Motto gilt jetzt in vielen Kindertageseinrichtungen. Natürlich freuen sich die Erzieherinnen, denn das Wetter spielt mit.

Seit Montag sind wieder alle Kinder in den Kitas willkommen. Schon im Vorfeld war die Freude in Altena und Nachrodt groß, dass dies nun wieder möglich ist. Doch Erzieherinnen äußerten auch Bedenken: Schließlich ist Abstandhalten bei der Betreuung von kleinen Kindern kaum möglich. Nun sollen Kita-Personal und Grundschullehrer früher geimpft werden. Wie kommt diese Entscheidung bei den Erzieherinnen vor Ort an? Und wie läuft es in der ersten Woche Regelbetrieb in den Kitas? Eine Stichprobe.

Altena/Nachrodt – Inge Harneid, Leiterin von gleich zwei Kindertageseinrichtungen in Altena, klingt zuversichtlich: „Es tobt das Leben wieder“, fasst sie ihre ersten Eindrücke zusammen. „Fast alle Kinder sind wieder da, die Gruppen sind voll“, berichtet Harneid, die für den evangelischen Kindergarten am Knerling und am Drescheider Berg verantwortlich ist. „Nur eine Handvoll“ Eltern hätte sich entschlossen, ihren Nachwuchs noch nicht wieder in die Einrichtung zu geben. Es geht für Inge Harneid um 110 Kinder, davon 65 am Knerling – einschließlich der Waldgruppe – und 45 Mädchen und Jungen am Drescheider Berg.

Die Wiederaufnahme des vollen Kindergartenbetriebs sei richtig, auch wenn zur Zeit noch mit einer um zehn Stunden reduzierten Betreuungszeit gearbeitet wird. Dass Kita-Personal nun mit höherer Priorität gegen das Coronavirus geimpft werden soll, kann Inge Harneid nur begrüßen. Die Einrichtung hatte einen offenen Brief von 49 Einrichtungen der Evangelischen Kirchenkreise Iserlohn und Lüdenscheid-Plettenberg an NRW-Familienminister Joachim Stamp unterstützt. „Unsere Meinung ist offenbar gehört worden. Darüber sind wir sehr froh.“

Mutation des Virus bereitet Sorgen

Sorgen bereiten Inge Harneid die Mutationen des Virus: „Das verfolgen wir natürlich alle.“

Der Bundesgesundheitsminister hat zur vorgezogenen Impfung eine Änderung der Impfverordnung auf den Weg gebracht, die voraussichtlich am heutigen Mittwoch in Kraft treten soll. Kita-Personal und Lehrer an Grund- und Förderschulen würden dadurch von der Prioritätsstufe 3 auf 2 rutschen. Die höhere Priorisierung soll eine zügige und sichere Umsetzung von Öffnungsstrategien der Länder bei Kitas und Grundschulen ermöglichen. Denn dabei werde es zu vielen, oft auch engen Kontakten kommen, zumal sich bei kleineren Kindern nicht alle Schutzmaßnahmen gut umsetzen ließen. Das kann Inge Harneid aus langjähriger Erfahrung nur bestätigen: „Auf 1,5 Meter Entfernung kann ich niemanden trösten.“

Das pralle Leben ist auch in den Kindergarten Dahle zurückgekehrt: „Drei Viertel der Kinder sind da“, berichtet Gitta Brozio, Leiterin des Kindergartens. „Die Mädchen und Jungen freuen sich, dass sie den Kindergarten und ihre Freunde wiedersehen.“ Zur Impfung hat Gitta Brozio allerdings eine zwiegespaltene Meinung mit Blick auf die schnelle Entwicklung der Impfstoffe: „Da gibt es schon Bedenken. Wenn man sich überlegt, dass eine solche Entwicklung sonst zehn Jahre dauert.“

„Ein Stück Kontinuität“

Über ein „Stück Kontinuität“ freut sich das Team im Familienzentrum Fibs in Nachrodt. „Die Kinder sind froh und aufgeregt“, berichtet Leiterin Karin Haarmann. Die Junioren müssten sich aber teils erst noch wieder eingewöhnen. „90 Prozent der Kinder sind da“, sagt sie. Die erhöhte Impfpriorität sieht Karin Haarmann als gut und richtig an. „Aber das wird natürlich jedem selbst überlassen bleiben.“

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