„Großreinemachen“ vor dem Amtsgericht

Umfangreich waren die Strafakten, die vom erneut vor dem Richter stehenden 49-Jährigen bereits bei Gericht vorlagen.

Altena -  Bedrohung und Beleidigung, eine Körperverletzung und eine Sachbeschädigung: Einige Vorwürfe kamen zusammen in der Anklage gegen einen 49-jährigen Altenaer. Was vor dem Amtsgericht jetzt verhandelt wurde, glich einem juristischen Großreinemachen. Tatsächlich lagen die Taten schon eine Weile zurück.

Im Juni 2013 hatte der Angeklagte einem Zeugen eine Ohrfeige verpasst, im Herbst sollte die üble Beleidigung und Bedrohung einer Zeugin gefolgt sein, und im November hatte er so nachdrücklich an der Wohnungstür seiner Ex-Partnerin geklopft, dass an der Tür ein Schaden von 780 Euro entstanden war. Die Türzarge war herausgebrochen. Lebensmittel im Wert von 18 Euro seien der Anlass für diesen Streit gewesen, erinnerte sich der Angeklagte, der die Waren am Vortag in der Wohnung zurückgelassen hatte. „Sie gab die Tüte nicht raus“, begründete er seinen Ärger, der den auf Sozialleistungen angewiesenen Mann immer noch monatlich viel Geld für die Reparatur der Tür kostet.

„Die Ohrfeige räume ich auf jeden Fall ein“, gestand er darüber hinaus den Schlag gegen einen Zeugen am 11. Juni 2013.

Gut getan hatte dem Angeklagten der endgültige Kontaktabbruch gegenüber seiner Ex-Freundin und der gemeinsamen Tochter: Seit dem November 2013 hatte er sich nichts mehr zuschulden kommen lassen.

Ein Problem waren allerdings seine Vorstrafen wegen Beleidigung, wiederholten Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und einer versuchten Körperverletzung. Eine sechsmonatige Freiheitsstrafe stand noch offen, und der Angeklagte unter entsprechender Bewährungsaufsicht. „Eigentlich wäre es schön, wenn hier mal Schluss wäre“, wünschte sich die Staatsanwältin und freute sich über ein Geständnis, das „offener“ war, als sie erwartet hatte. Sie beantragte deshalb eine erneute Bewährungsstrafe: Vier Monate sollten es sein wegen der jüngsten Taten.

Richter Daniel Höffler urteilte entsprechend und fügte noch eine spürbare Sanktion als Bewährungsauflage hinzu: 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit muss der Angeklagte ableisten. Alle Prozessbeteiligten verzichteten auf weitere Rechtsmittel.

Von Thomas Krumm

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