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Schützenfest 2022: Der Festwirt zog die Notbremse

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Von: Thomas Bender

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Blick auf den Vorstandstisch der FWG mit (von links) Fähnrich Hendrik Bierwirth, Schriftführer Frank Henkel, Hauptmann Klaus Hesse, Adjudant Jörg Nielsen und Rendant Ernst Ulrich Wirthsmann.
Blick auf den Vorstandstisch der FWG mit (von links) Fähnrich Hendrik Bierwirth, Schriftführer Frank Henkel, Hauptmann Klaus Hesse, Adjudant Jörg Nielsen und Rendant Ernst Ulrich Wirthsmann. © Thomas Bender

Dramatische Tage liegen hinter dem erweiterten Vorstand der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft. Das wurde deutlich, als Hauptmann Klaus Hesse bei der Vorstandssitzung am Freitagabend im Gasthaus Mayweg über die Hintergründe der bevorstehenden Absage des Schützenfestes 2022 berichtete.

Altena – Am 18. November bestellte Rendant Ernst Ulrich Wirthsmann weit über 2000 Festabzeichen mit dem Motiv des Iserlohner Tores, tags darauf stornierte er die Bestellung dann wieder. Grund: Festwirt Otto Kühling hatte mitgeteilt, dass er nicht garantieren könne, im Juni 2022 den Aufbau des Zeltes und die Bewirtung von vielen tausend Feiernden übernehmen zu können.

Hesse schilderte den Verlauf einer Videokonferenz mit Ludger Emken, dem Geschäftsführer der Firma Kühling. Der sei „tief betrübt“ gewesen, habe aber mitgeteilt, dass ihm wie allen anderen in der Branche auch das Personal fehle, um eine solche Veranstaltung zu stemmen. Zur Wahrheit gehöre auch, das die Gesellschaft dem Zeltwirt in diesen Zeiten nicht garantieren könne, dass er bei einem Fest im Jahr 2022 den Umsatz erzielen kann, den er braucht.

„Ich kann die kaufmännischen Überlegungen der Firma Kühling absolut nachvollziehen“, sagte Hesse und gab eine Ehrenerklärung für das Unternehmen ab: Kompetent und solvent sei der langjährige Zeltwirt der FWG, habe die Krise den Umständen entsprechend gut überstanden und gehofft, dass es im Frühjahr 2022 wieder aufwärtsgehe. Entsprechende Buchungen hätten vorgelegen, seien dann aber angesichts der jüngsten Entwicklungen der Pandemie reihenweise wieder storniert worden.

Formal können weder der zehnköpfige geschäftsführende noch der (deutlich größere) erweiterte Vorstand der FWG die Absage des Schützenfestes beschließen. Dessen dreijähriger Turnus ist in der Satzung verankert, deshalb obliegt die Entscheidung einer Generalversammlung. Zu der wird in den nächsten Tagen eingeladen, sie findet am 19. Dezember auf dem Bungernplatz statt.

Aus der Versammlung gab es keine Kritik an der Verlegung des Festes, wohl aber an einigen damit zusammenhängenden Details. Stichwort Beförderungen: Eigentlich wäre die Vorstandssitzung am Freitagabend diejenige gewesen, mit der die heiße Phase der Schützenfestvorbereitungen eingeläutet worden wäre.

Üblicherweise werden bei dieser Veranstaltung neue Zugführer und Scheffen gewählt – das hatte der Vorstand aber abgeblasen, weil das traditionell wenige Monate vor dem Schützenfest erfolge, wie Hesse argumentierte. Vor allem aus der Kompanie Freiheit gab es daran Kritik: Die neuen Amtsträger seien bereits auserkoren, es sei für sie womöglich frustrierend, wenn sie jetzt auf die Wartebank verbannt würden.

Spieß Dirk Himmelmann sprach das Thema Jubilare an: Wer beim abgesagten Fest 2021 die Pott-Jost-Medaille für langjährige Mitgliedschaft hätte bekommen sollen, sei möglicherweise nicht mehr der Jüngste, argumentierte Himmelmann. Es sei zu überlegen, ob man nicht einen anderen Rahmen für die Ehrung der Jubilare finden könne – ein Hinweis, den der Hauptmann dankbar entgegennahm.

Auf keinen Fall dürfe die Absage des großen Festes bedeuten, dass die Schützen 2022 gar nicht in Erscheinung treten, wünschte sich Hesse. Es sei wichtig, gerade jetzt den Zusammenhalt innerhalb der einzelnen Kompanien zu fördern. „Kümmert Euch um Eure Schützen, macht Veranstaltungen, wenn es wieder geht“, sagte der Hauptmann und versprach, dass es am ursprünglich vorgesehenen Termin des Schützenfestes auf jeden Fall eine größere Veranstaltung der FWG geben werde – aber eben kein Schützenfest.

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