Kiga am Knerling

Großes Interesse an Waldkindergarten: So viele Anmeldungen gibt es schon

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Kinderbetreuung in der Natur: Im Waldkindergarten in Nachrodt-Wiblingwerde sind die Mädchen und Jungen so oft wie möglich mit den Betreuerinnen draußen unterwegs – auch am Knerling wird das bald so sein.

Altena – Inge Harneid, Leiterin des evangelischen Kindergartens am Knerling, konnte am Montag bei einem Informationsabend zur neuen Waldgruppe aus dem Vollen schöpfen.

Und der Saal im Lutherhaus war mit rund 50 Gästen sehr gut besucht, das Interesse an diesem Pilotprojekt mithin groß. Eltern, aber auch Vertreter aus der Kommunalpolitik und der Verwaltung wollten aus erster Hand etwas zu diesem Vorhaben erfahren.

Für Pfarrerin Merle Vokkert war auf jeden Fall klar: „Das wird etwas Tolles.“ Seit klar sei, dass eine solche Neugründung ins Haus steht, „ging das wie ein Feuer durch uns“, beschrieb Vokkert die Aufbruchstimmung. Sie ist auch Vorsitzende des Leitungsausschusses im Trägerverbund für die 21 Kindertageseinrichtungen, die der Kirchenkreis unterhält.

Die neue Gruppe soll am 26. August erstmals zusammenkommen. Treffpunkt der Waldgruppe, offiziell Schutzraum genannt, ist in der unmittelbaren Nachbarschaft des Kindergartens am Knerling in der ehemaligen Grundschule. Es gibt bereits ein Konzept. Was jedoch noch fehlt, ist ein Bauwagen als Schutzraum. Der aber, da war Inge Harneid zuversichtlich, wird sich noch finden.

Bereits gefunden sind zwei Fachkräfte für die Betreuung der Mädchen und Jungen, eine dritte Kraft wird noch gesucht. Es wird Platz geben für 20 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Sehr viel Zeit soll die Waldgruppe natürlich draußen verbringen, auch bei Wind und Wetter. Es soll jede Menge Zeit zum Spielen und Basteln geben und natürlich zur Erkundung der Natur. Stichwort: Lernwerkstatt Wald. Für das Lernen insgesamt gelte: „Kein Trichterlernen, sondern eine Gießkanne mit Begeisterung nutzen.“

Die Vorteile liegen laut Harneid auf der Hand: Erstklässler, die ihre Vorschulzeit in der Natur verbracht hätten, seien im Durchschnitt fitter, in der Wahrnehmungsfähigkeit leistungsfähiger und sozial verträglicher als Kinder aus Regeleinrichtungen. Zu diesem Ergebnis sei der Erziehungswissenschaftlers Dr. Peter Häfner gekommen. Außerdem seien die Mädchen und Jungen aus Waldeinrichtungen seltener krank.

Für die neue Waldgruppe heißt der Leitsatz: „Wo ich mich geborgen fühle, kann ich mich entwickeln.“ Für den Träger hat sich der Informationsabend auf jeden Fall gelohnt: Zwölf Anmeldungen gab es direkt vor Ort, eine weitere ging am Dienstagmorgen ein.

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