Straßen für Stunden gesperrt

Verkehrschaos rund um den Steinmeier-Besuch: Großer Ärger in Altena

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Absperrung an der Lenneuferstraße in Altena während des Steinmeierbesuchs.

Altena - Der Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Altena einen Verkehrsinfarkt beschert, der Auswirkungen bis in die Nachbarstädte hatte. Viele Bürger reagieren sauer – vor allem deshalb, weil im Vorfeld falsch informiert worden war.

Die Lenneuferstraße werde gesperrt, damit gelte die gleiche Verkehrsführung wie bei Hochwasser – das war alles, was die Stadt im Vorfeld des Besuches von Bundespräsident Steinmeier bekannt gab.

Die MVG teilte daraufhin mit, dass die Busse über die B 236 umgeleitet werden würden. Dass auch die während fast des gesamten Steinmeier-Besuches gesperrt sein würde, sei der Verkehrsgesellschaft nicht bekannt gewesen, sagte Pressesprecher Jochen Sulies auf Anfrage.

Erst am Dienstag gegen 14.30 Uhr sei klar geworden, dass es Probleme geben würde. Wenig später habe der Busverkehr in Altena für drei Stunden komplett eingestellt werden müssen. Das hatte auch zur Folge, dass viele Fahr-Schüler nicht nachhause kamen.

Die Bundesstraße war nicht nur innerstädtisch gsperrt, sondern von der Pott-Jost-Brücke bis in die Grüne, also auf einer Strecke von über zehn Kilometern. Auch alle Einmündungen wurden von Polizeibeamten blockiert. Damit war es beispielsweise so gut wie unmöglich, den Stadtteil Knerling zu verlassen.

Autofahrer, die auf der B 236 unterwegs waren, wurden – zum Beispiel auf Parkplätzen von Supermärkten – bis zu zwei Stunden lang festgehalten. Neben dem Straßenverkehr war auch der Bahnverkehr auf der Ruhr-Sieg-Strecke betroffen: Während sich der Bundespräsident auf der Lennepromenade aufhielt, durften keine Züge fahren.

Bundespräsident Steinmeier zu Besuch in Altena

Insbesondere im Internet toben seit Dienstagnachmittag heftige Diskussionen über die Sperrungen. Dabei lassen die meisten keinen Zweifel daran, dass sie Personenschutz für das Staatsoberhaupt für voll und ganz gerechtfertigt halten, wenngleich manchem auch der Aufwand reichlich hoch zu sein scheint.

Zu Wort melden sich aber auch Eltern, die ihre Kinder nicht rechtzeitig aus der Kita abholen konnten und die deshalb große Probleme hatten. Zuständig für die Sicherheitsmaßnahmen während des Steinmeier-Besuches war das Polizeipräsidium in Düsseldorf.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit seiner Frau Elke Büdenbender in Altena.

Dort verwies man auf Anfrage auf eine Presseinformation, die in der vergangenen Woche landesweit verschickt worden war. Darin heißt es, dass es in den vom Bundespräsidenten besuchten Städten „immer wieder zu Sperrmaßnahmen auf den Fahrtstrecken zwischen den Besuchsorten im innerstädtischen Bereich kommen“ könne. Weitere Angaben könnten aus Sicherheitsgründen nicht gemacht werden.

Dieter Boronowski, Sprecher der Polizei im Märkischen Kreis, räumte ein, dass sich aus diesen Zeilen die gravierenden Folgen für den Verkehr im Lennetal nicht habe herauslesen lassen. Er äußerte Verständnis für den Unmut der Bürger, mehr habe die Polizei aber nicht sagen dürfen. Dafür bitte er um Entschuldigung.

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